Original paper

Über den Tapes-Sand von Steensigmoos.

Gottsche, Karl

Kurzfassung

An der Ostküste des Sundewitt war im Sommer 1903 etwa 4 1/2 km Oso von Broacker und 1/2 km N der kleinen, zu Steensigmoos gehörigen Fischerhütte ein bemerkenswertes, seitdem teilweise verrutschtes Profil in der 22 m hohen Steilwand des Ufers zu beobachten. Auf den ersten Blick hatte es den Anschein, als ob hier lediglich mächtige Cyprinentone von feinen Sanden und diese wiederum von einem Geschiebemergel überlagert seien. Indessen bei genauerer Betrachtung war sowohl in dem Cyprinenton, als in dem Geschiebemergel eine weitere Gliederung zu erkennen, während die dazwischen liegenden feinen Sande sich als eine bisher unbekannte Schicht des marinen Diluviums erwiesen, welche nach einer recht häufig auftretenden Form zweckmäßig als Tapes-Sand zu bezeichnen ist. Dieser Tapes-Sand (e des Profils), ein nahezu weißer, sehr feinkörniger glimmerarmer Quarzsand ist wohlgeschichtet, bis 14 m mächtig und läßt sich nach N noch etwa 50 m, nach S über 200 m weit in dem Steilufer verfolgen. Seine Versteinerungen (meist Bivalven mit z. T. noch geschlossenen Schalen) sind bankweise angeordnet; faunistische Unterschiede der einzelnen Bänke nachzuweisen, wollte bisher nicht gelingen. Die große Tapes-Art dieser Sande ist sicher identisch mit der kürzlich von Tondern abgebildeten Form; ich will sie daher nach Harder's Vorgange als aureus GM. bezeichnen, obwohl mein recentes Material dieser Art nicht ganz damit übereinstimmt. Im Ganzen sind bisher folgende Molluskenarten im Tapes-Sand von Steensigmoos beobachtet: 1. Ostrea edulis L. 2. Mytilus edulis L. 3. Cardium echinatum L. [...] 4. ,edule L.