Original paper

Über ein neues pflanzenführendes Interglacial bei Emshorn.

Gagel, Kurt

Kurzfassung

Dort sind durch fünf Bohrungen am Rande der Geest in einem Raum von 400 m O-W und 200 m N-S Entfernung folgende Schichten nachgewiesen: 0,4-3,2 m Alluvium (Moorboden-Torf etc.), bis zu 4, 7 bez. 8,4 m Tiefe Geschiebedecksand, darunter folgt in einer Bohrung 5 dem Geschiebelehm, in vier Bohrungen 2-4 dem ganz grobe Gerölle, die offenbar den Rest der zerstörten Moränenbank darstellen. Darunter folgt in vier Bohrungen eine Serie von kalkhaltigen, glacialen bez. fluvio-glacialen Bildungen, nämlich: 4-10 m Sand und Tonmergel, 0,8-1,8 m Geschiebemergel, 10-20 m Kies, Sand und Tonmergel, in einer Bohrung nur Sande. Darunter liegt eine Serie von kalkfreien bez. sehr kalkarmen Sanden mit Einlagerungen von Tonbänkchen, Humusstreifen, Faulschlamm, Faultorf und Lebertorf. Der Faulschlamm enthält außer zahlreichen, nicht figurierten, humosen Bestandteilen Koniferenpollen, verschiedenartige Sporen, Bacillariaceen, Nadeln von Spongilla, unbestimmbare Dicotyledonenhölzer sowie das Holz einer ausgestorbenen Taxacee, deren nächste Verwandte Podocarpus, Phyllodatus etc. jetzt in subtropischen Gegenden leben. Darunter folgt in drei Bohrungen 11-21 m Geschiebemergel und unter diesem in einer Bohrung miocäner Glimmerton. Das kalkfreie, pflanzenführende Interglacial liegt in den einzelnen Bohrungen in 18-21 m, 21,8-24,3 m, 23,5-27 m und 34-35,5 m Tiefe, also 11-27 m unter dem Seespiegel. Es ist also ein ganz zweifelloses Interglacial zwischen zwei Moränen nachgewiesen, mit Pflanzen, die jedenfalls nicht arktisch sind.