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Rumpfflächen und Inselberge.

Passarge, Siegfried

Kurzfassung

Seitdem Davis im Jahre 1889 den Begriff der Peneplain aufgestellt und diese im Gegensatz zu v. Richthofens Abrasionsflächen durch langsame Abtragung erklärt hat, ist das Thema der Peneplains und Monadnocks, d.h. der einzelnen, aus widerstandsfähigem Gestein bestehenden Erhebungen, sehr beliebt geworden. Ja man kann sagen, es ist oft genug ein solcher Mißbrauch mit diesen Bezeichnungen getrieben worden, daß sie etwas in Mißkredit geraten sind. In Afrika finden sich nun Peneplains und Monadnocks von einer Ausdehnung und Vollkommenheit, wie sie sich selbst Davis wohl nicht vorzustellen gewagt hat. Bornhardt hat sie unter dem Namen ,Inselberglandschaft" aus Ostafrika beschrieben, der Verfasser selbst hat sie in Südafrika in grossartigstem Mußstabe kennen gelernt und in einer grösseren Arbeit ans dem Inneren Südafrikas beschrieben. Die Verbreitung der Inselberglandschaften. Die Inselberglandschaft ist über den größten Teil von Afrika verbreitet Sehen wir von den Zeugenlandschaften der Karro und der Sahara ab, wo aus flachgelagerten sedimentären Schichten Tafelberge durch Winderosion gebildet worden sind, so zieht eine Zone von Inselberglandschaften durch den ganzen Sudan vom Senegal bis zum Roten Meer. In Abessinien, im vulkanischen Grabengebiet Ostafrikas und im aus marinen Kreide- nud Tertiärablagerungen aufgebauten Osthorn fehlt sie. Mit der Massaiebene beginnt sie aber sofort von neuem und zieht sich durch Südafrika bis zu den flachgelagerten Karroschichten hin. Sie fehlt im Kongobecken mit seiner Sandsteindecke und vielleicht auch in dem erhöhten Westrand zwischen Kamerun und Angola.