Original paper

Ein Beitrag zur Kenntnis des Myliobatiden-Gebisses.

Stromer, Ernst

Kurzfassung

Bei der Bearbeitung von eocänen Kauplatten von Myliobatiden suchte ich durch Mitverwertung von rezentem Material über ihre systematisch wichtigen Merkmale Klarheit zu gewinnen, konnte leider aber nur wenige rezente Stücke erhalten. Durch die Güte von Herrn Professor R. Burckhardt in Basel bekam ich nun nachträglich aus seiner Privatsammlung ein Gebiß eines Myliobatis bovina Geoff. St. Hilaire, das von einem etwa 5 m breiten Exemplar stammt, und eine kleine untere Kauplatte eines eben ausgeschlüpften Aëtobatis narinari Euphrasen sp. (Fig. 3), und glaube auf Grund dieser Stücke einige nicht unwichtige Nachträge zu meinen erwähnten Ausführungen machen zu können. Das erste Gebiß, von dem nur der linguale Teil der oberen und unteren Kauplatte in natürlicher Größe abgebildet ist (Fig. 1 und 2), zeigt folgende Maße in Millimetern: [...] Die untere Kauplatte ist nicht hoch und fast ganz flach, die obere ist transversal auch kaum, linguo-labial aber stark gewölbt; sie gleicht, abgesehen von der Wölbung, so sehr der fossilen Kauplatte von Myliobatis Testae Philippi, daß die Annahme einer spezifischen Identität nahe liegt. Zunächst wird durch die Maße bestätigt, was ich a. a. O. über die Größenverhältnisse der unteren zur oberen Kauplatte und der betreffenden Zähne bemerkte, und weiterhin, daß sich die Form und Größe der Seitenzähne im Laufe des Wachstums nur wenig ändern, wovon es aber Ausnahmen gibt, wie eine von Nötling abgebildete fossile Kauplatte beweist. Interessant ist, daß bei meinem großen Exemplar unten wie oben die zuletzt gebildeten Zähne nicht größer, sondern fast alle etwas kleiner sind als die vorderen älteren Zähne. Daher laufen, wie Issel richtig bemerkte, die Seitenränder der Kauplatten einander parallel und könnten sogar bei noch höherem Lebensalter nach vorn zu konvergieren.