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Formen, Alter und Ursprung des Kupferschiefererzes. - Zur Beurteilung der Mineralbildungen in Salzformationen.

Hornung, Ferd.

Kurzfassung

In einer vor Kurzem an dieser Stelle veröffentlichten Abhandlung scheint es als gesicherter Besitz der Wissenschaft angesehen zu werden, daß der Kupferschiefer seinen Metallgehalt durch Imprägnation aus Mineralquellen nach seiner Ablagerung empfangen habe. Hierdurch wird es notwendig, daß auch jene Tatsachen ein wenig in das Licht gerückt werden, welche jener Theorie widersprechen. Das Kupferschiefernflöz in seiner ganzen, gewaltigen Ausbreitung hat einen nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ sehr verschiedenen Metallgehalt. Hieraus würde folgen, daß - Mischungen in Grenzgebieten zugegeben - ziemlich viele, verschieden zusammengesetzte Metallquellen gesprudelt haben müssen. Ist es doch ohnehin nicht besonders wahrscheinlich, daß sich die Metalllösungen von wenigen oder gar von einem Punkte aus die vielen, vielen Meilen hin, wo Überall das Flöz metallhaltig ist, verbreitet haben könnten. Das hätte seine hydraulischen Schwierigkeiten schon für eine regelrechte Röhrenleitung, geschweige für eine so dichte Gesteinsbildung, wie der Kupferschiefer eine ist. - Also Metallquellen und immer wieder Metallquellen; hier aus dem Rotliegenden, dort aus Kulm, Devon, Silur u. s. w. und das alles in einer bestimmten, keineswegs reichlich bemessenen Spanne Zeit: nämlich selbstverständlich nach Ablagerung des Kupferschiefers, aber vor der Ablagerung sehr wenig jüngerer Schichten. Denn anders wäre ja jenen Metallquellwässern mindestens an solchen Stellen, wo der Kupferschiefer fehlt, nichts weiter übrig geblieben, als wenigstens hier einmal ausnahmsweis jüngere Schichten zu imprägnieren, z. B. bei Lauterberg am Harze, wo das Flöz stellenweis nicht abgelagert zu sein scheint, oder lokal zwischen Cönnern und Sandersleben, wo es nachträglich verdrückt wurde.