Original paper

Das Bruchgebiet des böhmischen Anteils der Mittelsudeten westlich des Neissegrabens.

Petrascheck, Wilhelm

Kurzfassung

Es ist in der letzten Zeit wiederholt der Versuch unternommen worden, in tektoniscben Skizzen das Bruchnetz der Mittelsudeten zu entwerfen. Teils geschah dies im Rahmen größerer zusammenfassender Darstellungen [F. E. Suess], teils im Anschluß an die Behandlung kleinerer Gebiete [F. Frech und K. Flegel]. Man hat, noch ehe die gesamten Sudeten eingehend untersucht wurden, über ihren Bau zu diskutieren begonnen. Da dies nun einmal geschehen ist und da in allen bisherigen Skizzen der böhmische Anteil der Sudeten in einer dem heutigen Stande unserer Kenntnis kaum genügenden Weise dargestellt worden ist, soll wenigstens für einen z. Z. relativ gut bekannten Teil dieser Versuch wiederholt werden, obwohl vorauszusehen ist, daß er in einzelnen Punkten noch sehr der Ergänzung bedarf. Das preußische Gebiet auf unserer Kartenskizze ist im wesentlichen nach den Aufnahmen Lepplas und Dathes sowie nach der alten Karte von Beyrich, Roth, Rose und Runge gezeichnet. Die Darstellung des österreichischen Areals beruht dagegen auf den Originalen der ersten Aufnahme der K. K. geologischen Reichsanstalt (Wolf, Lipold, Jokely, Porth und Paul), auf den später erfolgten, ebenfalls in der Kartensammlung der K. K. geol. R.-A. aufbewahrten Revisionsarbeiten Schlönbachs sowie auf der neuen Aufnahme von Tietze in der Gegend von Landskron und Gewitsch, endlich auf meinen eigenen Kartierungen bei Josefstadt, Nachod und Trautenau, sowie auf Erfahrungen, die bei Bereisung der sudetischen Kreidedistrikte gesammelt wurden. Das Gerippe unserer Kartenskizze wurde F. v. Hauers geologischer Übersichtskarte von Österreich-Ungarn entnommen, sodaß als geologische Grundlage für das Bruchnetz diese Karte benutzt werden kann.