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Studien im süddeutschen Muschelkalk.

Henkel, Ludwig

Kurzfassung

Der Wellenkalk des Maintals bei Würzburg stimmt in seiner ganzen Entwicklung noch fast vollständig mit dem thüringischen überein, dagegen weicht er sehr erheblich ab von dem der viel näheren Gegend von Mergentheim und Königshofen an der Tauber. Die Absicht, den Übergang der Ausbildungsform beider Gebiete zu verfolgen, führte mich zu den folgenden Beobachtungen. Zwischen Lengfurt und Homburg, ungefähr 8 km nordöstlich von Wertheim, hat der Main mit einer großen Schleife sein linkes Ufer so stark angeschnitten, daß ein Steilabfall mit guten Aufschlüssen entstanden ist. Ein Blick auf die Bergwand, etwa vom andern Mainufer ans, überzeugt den mit der thüringischen Trias Vertrauten, daß man hier noch dieselben Schichten vor sich hat. Vom Fluß aus erhebt sich zunächst etwa 30 m hoch eine Steilstufe von Buntsandstein, über dem als sanfter ansteigende Terrasse das etwa 25 m mächtige Röt liegt. Mit einem Steilabsturz, der zugleich die obere Grenze der Weinberge bildet, setzt dann der Wellenkalk ein. Sein unterstes Drittel prägt den mehrfachen Wechsel härterer und weicherer Schichten in dem Abwechseln von Felsleisten und Grasbäudern aus. In einer Höhe von etwa 30 m über der unteren Grenze tritt dann eine Abflachung des Hanges ein, wie sie ganz ähnlich an den Steilhängen des Saaletals, etwa bei Jena oder Kosen, über der Zone der Oolithbänke sich einstellt. Grasbewachsen steigt der Abhang dann bis zum Rande der Hochfläche empor, doch noch einmal unterbrochen durch ein schroffes Felsgesimse, in dem man schon von ferne den Terebratula-Kalk zu erkennen glaubt, eine Vermutung, die durch die nähere Untersuchung vollständig bestätigt wird. Im einzelnen beobachtet man noch folgendes: