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Geologischer Führer durch Oberschlesien und in die Breslauer Gegend.

Frech, Fritz

Kurzfassung

Allgemeine Uebersicht der Erdgeschichte und des Gebirgsbaus. Oberschlesien stellt in kultureller Beziehung einen weit vorgeschobenen Posten westlicher Kultur dar und entspricht auch in geologischer Hinsicht der mittel- und westeuropäischen Entwicklung der Formationen; vereinzelt sind gegenüber dem westlichen Charakter die östlichen und südlichen Anklänge: weder im Unterkarbon noch in der produktiven Steinkohlenformation beobachten wir eine Beziehung zu der Entwicklung von Moskau oder des entlegeneren Ostens. Vielmehr ist Oberschlesien der letzte Ausläufer der großen, in Südwales beginnenden, durch Nordfrankreich und Belgien über Aachen und Westfalen verlaufenden Steinkohlenzone, die - zwischen dem mittelkarbonischen Hochgebirge und dem karbonischen Ozean - der Pflanzenwelt einen ungewöhnlich günstigen Nährboden bot. A. Kurzer Ueberblick der erdgeschichtlichen Entwicklung Oberschlesiens. Die ältesten, durch Versteinerungen bestimmten Ablagerungen Oberschlesiens gehören dem Unterkarbon und zwar der höheren, durch Glyphioceras sphaericum und Productus giganteus gekennzeichneten Stufe an. Unweit der Grenze von Österreichisch-Schlesien sind bei Leisnitz (in der Gegend von Leobschütz) Posidonienschiefer mit Glyphioceras sphaericum und Posidonia Becheri bekannt. Auch Pflanzen-Grauwacken mit Asterocalamites scrobiculatus sind hier aufgeschlossen, die auch auf dem rechten Oderufer bei Tost und am Annaberge auftreten.