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Die Trias in Oberschlesien.

Wysogórski, Joh.

Kurzfassung

Die Trias ist in Oberschlesien durch alle drei Abteilungen vertreten, von denen die unterste, der Buntsandstein, vertikal und horizontal am wenigsten entwickelt ist. Derselbe führt in Oberschlesien den Namen mit Unrecht, da er meistens aus bunten Letten mit wenigen Sandlagen besteht. Die hangenden Partien sind bereits marin als Dolomite entwickelt, die Beneckeia tenuis und Myophoria costata fahren. Die marine Entwicklung dauert durch den ganzen Muschelkalk fort. Der ganze Keuper ist aber wiederum eine rein kontinentale Bildung. Der oberschlesische Muschelkalk bildet das Hangende des nirgends fehlenden Buntsandsteins und läßt sich in drei Unterabteilungen gliedern, von welchen die unterste die bei weitem größte Verbreitung und Mächtigkeit besitzt (ca. 200 m). Die Fauna der oberschlesischen Trias lebte in einem schmalen Meeresarm, der die südliche Verbindung des deutschen Binnenmeeres mit dem alpinen Ozean bildet, der andererseits aber viele Merkmale des benachbarten Landes aufweist. Die Verbindung mit dem alpinen Meere kennzeichnet das massenhafte Vorkommen von Diploporen, Crinoiden und Brachiopoden, die in Mitteldeutschland selten oder garnicht vorkommen (wie Diplopora annulata, Dadocrinus Kunischi und D. gracilis, Spirigera trigonella, Spiriferina hirsuta, Sp. fragilis, Sp. Mentzeli, Ehynchonella decurtata und Rh. Mentzeli. Für die größere Nähe des Landes wahrend der Muschelkalkzeit spricht das Vorwiegen von organischen Resten, die auf seine Nähe hinweisen und im mittleren Deutschland fehlen oder seltener vertreten sind: 1. Saurier mit amphibischem Charakter. 2. Ceratodus und Estheria, die sonst nur im nicht marinen Keuper vorkommen (beide sind lokalisiert und offenbar eingeschwemmt). 3. Einschwemmung von verkieselten Farnenresten (Knorripteris) und Voltzienzweigen.