Original paper

Das Cenoman, Turon und Basaltvorkommen auf dem Annaberg.

Wysogórski, J.

Kurzfassung

Auf dem Annaberg, einer isolierten Basaltkuppe, die um ca. 200 m das Niveau der Oder überragt, findet sich das südlichste Vorkommen der Oppelner Kreide. Die Masse der an die mitteldeutsche Hügellandschaft erinnernden Hochfläche besteht aus unterem Muschelkalk. Die Lagerung in dem ,Coseler Bruch" des Annaberges (im Jahre 1901) ist folgende: 1-5 m Basalttuff mit zahlreichen großen und kleinen, gerundeten Bomben, ± 2 m stark gequetschte und verdrückte Mergel des Turon mit Inoceramus Brongniarti; durchsetzt von zahlreichen Basaltapophysen, 4 bis 5 m grünliche Sande, hervorgegangen aus zermürbtem Sandstein. Cenoman, über 3 m Muschelkalk, durch eine wenige Zentimeter mächtige Lettenlage vom Sande getrennt; lokal gefrittet mit Basaltapophysen. Das Liegende des Muschelkalkes bilden wieder Basalttuffe (s. Abbild. S. 2). In der Südostwand des westlich sich anschließenden Hauptbraches finden sich im Basalttuff größere, stark gequetschte Schollen von bunten Letten und mürbem, weißen Sandstein, welche samt den braunen Sanden, die bereits abgebaut sind, aller Wahrscheinlichkeit dem mediterranen Mittel-Miocän zuzurechnen sind; (in den letzteren fand Frech Schalenreste mariner Tertiär-Zweischaler? Cardium n. sp.) Die grauen bis bräunlich-gelben, sehr weichen und mürben Kalk-Mergel sind stark gequetscht und faltenartig gestaucht; sie bilden eine deutliche, mehrfach gekrümmte Bank von 11/2 bis 2 m Mächtigkeit. An Fossilien finden sich: Inoceramus Brongniarti Sow. und Ananchytes ovatus Leske, welche auf unteres Turon hinweisen. Es sind dieselben Schichten, wie sie in Groschowitz auftreten.