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Führer für die geologische Exkursion in das Schlesische Gebirge.

Frech, Fritz

Kurzfassung

Einleitung. 1. Allgemeine stratigraphische Bemerkungen. Das Kreidegebiet der böhmisch-schlesischen Grenze, welches das Ziel der der Tagung folgenden Exkursion bildet, ist in stratigraphischer wie in tektonischer Beziehung gleich wichtig und interessant. Da die Feststellung des unteren Cenoman-Horizontes mit Exogyra columba. Pecten asper und Acanthoceras rhotomagense (letzterer selten) schon durch Beyrich erfolgt und der Nachweis der verschiedenen Turon-Horizonte durch böhmische Geologen schon vor einigen Jahrzehnten erbracht wurde, blieb die Fixierung der oberen Grenze die letzte Aufgabe der Stratigraphie. Durch die Inaugural-Dissertation von Fr. Sturm wurde der Kieslingswalder Sandstein, durch K. Flegel in der von der Schlesischen Gesellschaft für Vaterländische Kultur überreichten Festschrift der obere Sandstein der Heuscheuer als Äquivalent des Emschers sicher festgelegt. Das Senon, welches in seiner unteren Zone am Außenrande der Sudeten in Niederschlesien bekannt ist, fehlt also auf der Innenseite des Gebirges in Schlesien, wie in Böhmen: besteht doch über die Gleichwertigkeit der Chlomeker Schichten und des Kieslingswalder Sandsteins kein Zweifel. Es ergibt sich also mit großer Wahrscheinlichkeit, daß die telefonischen Bewegungen, die im Oligocän die großen Hebungsbrüche und damit die heutigen Umrisse des Gebirges entstehen ließen, schon am Ende der Kreidezeit einsetzen. Nach der Zeit des Emschers, die einem Flacherwerden des durch Brandungskonglomerate und Einschwemmung von Landpflanzen gekennzeichneten Meeres entspricht, tauchten die Sudeten selbst empor. Einen deutlichen Hinweis auf das Vorhandensein eines Landes geben in Niederschlesien die untersenonen Kohlenflöze, die Tone mit der massenhaft auftretenden Süßwassermuschel Cyrena cretacea Drescher, endlich die Bunzlauer Tone, deren einzige organische Reste Landpflanzen bilden.