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Diluviale Wirbeltier-Reste aus einer Schlote des Seveckenberges bei Quedlinburg.

Nehring, A.

Kurzfassung

Die nachfolgend besprochenen diluvialen Wirbeltier-Beste sind von Herrn Rektor Dr. Lampe zu Quedlinburg in der Ausfüllungsmasse einer sog. Schlote des Seveckenberges bei Quedlinburg wahrend des Herbstes 1903 und bei verschiedenen Durchsuchungen des betr. Ablagerungsmaterials im Winter 1903-4 gesammelt worden. Anfangs hatte auch Herr Cand. rer. nat. Brandes von der paläontologischen Abteilung des hiesigen Museums für Naturkunde einen gewissen Anteil an der Sache. Der Seveckenberg und seine diluvialen Spaltausfüllungen sind einst von Giebel genauer beschrieben worden, namentlich im Jahresbericht des Naturwissenschaftl. Vereins in Halle. Danach ist jener Berg etwa 700 Fuß hoch, langgestreckt, ,mit flachwelliger Oberfläche, am nördlichen Abfalle ans steil aufgerichteten Schichten des Muschelkalks, am südlichen aus bunten Mergeln des Keupers bestehend, und beide durch eine den Kamm bildende stockförmige Gipsmasse getrennt". Dieser Gipsstock, der einst durch viele Steinbrüche aufgeschlossen wurde, hat eine durch hervorragende Zacken, aufliegende Bänke und tief eindringende Klüfte sehr unregelmäßige Oberfläche. Die oben erwähnte Schlote, der Fundort der Lampeschen Fossilien, hatte die Form eines im allgemeinen aufrecht verlaufenden Schornsteins. Die Ausfüllungsmasse bestand aus einem grauen, kalkreichen Mergel, welcher nicht selten kleine, eckige Steine aus der unmittelbaren Nachbarschaft enthielt. Ich selbst konnte Proben dieses Mergels, welche an den fossilen Knochen hafteten, beobachten. Die horizontale Aufeinanderfolge der unten beschriebenen Species konnte leider nicht sicher beobachtet werden. In der Hauptsache handelt es sich aber um eine Steppenfauna von dem Charakter der heute in Ostrußland und Südwest-Sibirien lebenden.