Original paper

Exkursion in das Becken des alten Stausees zwischen Wartha und Camenz.

Friedrich, Emil Georg

Kurzfassung

Die Reise der Geologen beginnt auf dem Breslauer Hauptbahnhof, an dem Punkte, dem fast genau die Grenze des alten Odertales und der quartären Hochfläche entspricht. Die Unterführungen der Kaiser Wilhelm- und Neudorfstraße zeigen den höchstens 4-5 m betragenden Höhenunterschied ziemlich deutlich. Nördlich dieser Linie, im Bereich des großen geologischen Odertales, liegt Talsand in einer Mächtigkeit von 10-15 m, darüber eine Lage geschiebefreien Lehms (Anlehm). Alles, was südlich vom Hauptbahnhof liegt, ist quartär, unten ein Geschiebelehm, braun und dunkelbraun, reich an großen kantigen Geschieben, als sicherstes Kennzeichen einer einzigen Vereisung; oben Diluvialsand, bräunlich oder gelblich und ebenfalls reich an abgerundeten Geschieben. Bis Strehlen zeigt die Fahrt auf der sehr sanft gewellten quartären Flache wenig bemerkenswertes. Westlich am Bahnhof Strehlen tritt das erste anstehende Gestein des sudetischen Hügellandes, der Streblener Granit, zutage. Östlich erhebt sich schon bis zu einer Höhe von 411 m ansteigend der Rummelsberg, ebenfalls Granit. Die die Granitmasse im Osten begrenzenden Phyllite und Quarzitschiefer zeigen bereits vorwiegend nord-südliche (Altvater-) Streichrichtung. - Die Fahrt führt bis Münsterberg am Westabfall der Strehlener Berge entlang, deren Längsrichtung ebenfalls ausgesprochen nord-südlich ist. In der Ferne tauchen nun die Höhenzüge des Reichensteiner- und Eulengebirges auf, deren Randbruch in sudetischer, südostnordwestlicher Richtung streicht. Er verläuft aus der Goldberger Gegend über Silberberg, Reichenstein bis Jauernik und unterbricht den Zusammenhang der altkristallinen Gesteine wenig; nur ihre Höhenlage ist verschieden. Hingegen erstreckt sich das Tertiär gerade bis an den Randbruch, und die nordischen eiszeitlichen Bildungen greifen nur an wenigen Punkten in das Gebirgsinnere hinein.