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Diluviale Flussschotter ans der Gegend von Neuhaldensleben, z. T. als Fundstätten paläolithischer Werkzeuge.

Wiegers Fritz

Kurzfassung

In einer Kiesgrube nördlich von Hundisburg am Uferrande des Bevertales, in welcher bereits früher die Herren E. Bracht in Dresden und Dr. Favreau in Neuhaldensleben sog. Eolithe gefunden hatten, war im letzten Sommer folgendes Profil aufgeschlossen: 1. Oberer Geschiebemergel 0,5-2,5 m. 2. Sande und Mergelsande mit dünnen Kiesbänken 0,2-0,5 m. 3. Grobe Schotter hauptsächlich heimischen Ursprungs mit Einlagerungen von Sand, Mergelsand und sandigem Ton, mit Land- und Süßwasserschnecken, Wirbeltierknochen und Steinwerkzeugen 1,5 m. 4. Sande mit Kiesbänken und den gleichen Schnecken 1-1,5 m. Darunter wurden erbohrt: 5. gelber Mergelsand 0,1 m, 6. gelber Geschiebemergel (?) ca. 0,5-1,0 m, 7. Schwarzer feinsandiger kalkiger Ton. Die groben Schotter bestehen aus wenig kantengerundeten, vielfach eckigen Trümmern der Gesteine, welche die Ufer der Bever nach Westen bilden, nämlich der Kulmgrauwacken von Hundisburg bis Dönstedt, der Porphyrite von Dönstedt der sog. Krystalltuffe Klockmann's von Alvensleben, der rotliegenden Sandsteine und der Zechsteinkalke, die sich bis zum Papenteich bei Emden erstrecken. Nordische Gerölle, wie Feuersteine und Granite finden sich dagegen relativ selten in den Schottern, während an der Zusammensetzung der über- und unterlagernden Sande das nordische Erraticum einen größeren Anteil hat. Die Schneckenfauna, für deren Bestimmung ich Herrn Privatdozenten Dr. E. Wüst in Halle a. S. dankbar bin, umfaßt folgende Arten: