Original paper

Postsilurische nordische Konglomerate als Diluvialgeschiebe.

Gagel, Kurt

Kurzfassung

Es sind bei der Kartierung ziemlich häufig grobe Konglomerate beobachtet, besonders in der Mark, aber auch in Schleswig-Holstein, die aus ziemlich - bis 7 cm Durchmesser - großen, z. T. sehr wenig abgerollten, stumpfeckigen Geröllen bestehen. Diese Gerölle bestehen zu einem erheblichen Teile aus roten Kalken; sehr zahlreich sind darin vertreten große Stücke dünnplattiger, sandiger Tonschiefer und dünnplattige, tonige Sandsteine, seltener hellgrünlich graue, dunkelgefleckte, mürbe Quarzite, endlich ziemlich spärlich Calcedone, Quarzporphyre, Diabase, Gneise und große Quarzkörner und anscheinend auch Phosphorite. Zusammengekittet sind diese Gerölle durch ein sehr reichliches rotbraunes, eisenschüssiges Zement, das zum kleinen Teil aus zerriebenem rotem Kalk zum größeren aus Eisenverbindungen besteht und sich glatt in heißer Salzsäure auflöst. lange keine Klarheit zu gewinnen; sie galten - ohne zwingenden Grund - immer als kambrisch, bis Dr. Schröder zum erstenmale in einem solchen Konglomerat Gerölle von rotem, obersilurischem Beyrichienkalk mit Beyrichien und Orthoceren fand. Im letzten Jahre fand Vortragender nun in Holstein wieder ein solches Geschiebe, das ebenfalls Gerölle von rotem und gelblichem Beyrichienkalk mit Beyrichien und Chonetes striatella enthält. Diese Gerölle ähneln z. T. sehr auffallend den rotbraunen, obersilurischen Beyrichiengesteinen Schonens. Damit ist erwiesen, daß diese Konglomerate postsilurisch sein müssen.