Original paper

,Die stratigraphische Stellung des Glindower Tons"

Gagel, Kurt

Kurzfassung

Herr Gagel sprach über ,die stratigraphische Stellung des Glindower Tons", (hierzu 2 Textfig.), und stellte unter Vorlage zahlreicher Photographien fest, daß die im Hangenden des Glindower Tons am Talrande des Glindower- und Plessower Seenzuges auftretenden, auf der geologischen Karte und in der Arbeit von Laufer als ,Unterer" Geschiebemergel gedeutete Grundmoräne sicher nicht Unterer Geschiebemergel, sondern identisch ist mit dem auf großen Strecken des Plateaus oberflächenbildend auftretenden Oberen Geschiebemergel. Der angebliche ,Untere" Geschiebemergel zieht sich nirgends, wie Laufer angibt, in das Plateau unter die ,Unteren" Sande hinein, sondern geht überall auf das Plateau hinauf. Die von Laufer als Beweise für das unterdiluviale Alter des den Glindower Ton überlagernden Geschiebemergels angeführten Argumente beweisen entweder überhaupt nichts wie 1) die blaugraue Farbe, 2) die Führung von Paludina diluviana, 3) die Überlagerung mit geschichteten Sanden (die eben zweifellos obere sind, da sie nirgends mehr von einer anderen Moräne oder deren Überresten überlagert werden) oder sie beruhen auf sehr gezwungener Deutung mangelhaft beobachteter Verhältnisse wie der letzte Beweis, daß in der Löckenitzziegelei der ,Untere" Geschiebemergel von geschichteten Sanden und ,Resten" des Oberen Geschiebemergels überlagert sein soll; dort ist sicher nur eine einheitliche, höchstens 21/2 m mächtige Grundmoräne vorhanden, die z. T. durch schwache, schnell auskeilende Sandschichten stellenweise etwas geschichtet ist. Die am Rande des Plateaus heraustretenden Unteren Sande sind keine trennende Schicht zwischen zwei verschiedenen Geschiebemergeln, sondern eine randliche Durchragung durch den Oberen Geschiebemergel, der sich über den Rand des bei seiner Ablagerung schon vorhandenen Talzuges bis auf den Grund desselben heruntergezogen hat und am Grunde dieser Senke natürlich erheblich mächtiger abgelagert ist als auf dem Plateau.