Original paper

Über die Geologie der näheren Umgebung von Jerusalem.

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

Über die Geologie von Palästina ist hier in den Sitzungen der Gesellschaft wohl noch nie vorgetragen worden. Seit Dr. F. Nötlings Reisen im nördlichen Palästina im Jahre 1885 bin ich überhaupt meines Wissens der einzige Geologe, der im Lande selbst geologische Studien vorgenommen hat. Als ich 1894 zum erstenmale Palästina bereiste, hatte ich in geologischer Hinsicht besonders zweierlei ins Auge gefaßt: Ich wollte durch Reisen mit Karawane eine Übersicht gewinnen über den allgemeinen geologischen Aufbau von Sudpalästina, d. h. Judäas und des Toten Meergebiets, und zweitens an einer möglichst geeigneten Stelle, nämlich bei Jerusalem eine genaue Spezialkarte aufnehmen. Über die Geologie des Toten Meeres und von Judäa habe ich mich schon wiederholt, wenn auch nicht in dieser Gesellschaft, geäußert. Die Ergebnisse meiner Spezial- aufnähme der Umgegend Jerusalems werden jetzt erst, nachdem ich inzwischen noch einmal Palästina besucht habe, veröffentlicht und zwar in der Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins, der meine erste Reise veranlaßt hat. Hier sei es mir nur gestattet, das Wichtigste davon im Auszüge mitzuteilen. Die vorgelegte geologische ,Karte der näheren Umgegend von Jerusalem" im Maßstab 1 : 10000 hat die topographische Karte des verstorbenen Baurat Schick, welche auch in zahlreichen Höhenkurven das Relief hervorhebt und alle Straßen und neuen Gebäude der Stadt aufweist, zur Grundlage. Es sind darauf 7 Farben zu unterscheiden, 4 beziehen sich auf die obere Kreideformation, 2 auf quartäre Bildungen, endlich weiß bezeichnet die Verbreitung des rezenten Bauschuttes der Stadt.