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Zur Entstehung des Wesertales zwischen Holzminden und Hameln.

Grupe, Oskar

Kurzfassung

Das Gebiet, welches die Weser zwischen Holzminden und Hameln durchfließt, gehört im großen und ganzen der jüngeren Trias, dem Rot, Muschelkalk und Keuper an, die teils mehr regelmäßig, plateaubildend lagert, teils ungemein stark gestörte Lagerungsverhältnisse aufweist. Nur bei Polle tritt der östlichste Ausläufer des Falkenhagener Liasbeckens an die Weser heran und ferner zwischen Bodenwerder und Kühle auch noch Buntsandstein, der hier den nördlichsten Buntsandsteinzug des Wesergebietes, den Vogler, zusammensetzt und an der Weser mit dem untersten Teil seiner mittleren Abteilung zu Tage tritt. Das Wesertal trennt den Buntsandstein von dem auf der anderen Seite befindlichen Muschelkalk und liegt somit hier auf einer Verwerfung, die eine Sprunghöhe von ca. 400 m besitzt. Im S bei Ruhle wird diese SN-Störung des Wesertales abgeschnitten von einer SO-NW-Störung, die das in lauter einzelne Schollen zerrissene Muschelkalk- und Keupergelände gegen den Buntsandstein des Voglers verwirft, und die Weser wendet sich dann nach W. Im N bei Kemnade geht der SN-Bruch in einen SO-NW.-Bruch über, der bald weiterhin das Wesertal verläßt und am Heiligenberge den Buntsandstein gegen Muschelkalk abschneidet, und die Weser biegt dann auch hier nach W um. Wenn auch die tektonischen Verhältnisse des übrigen Gebietes noch nicht eigehand untersucht werden konnten, so ließ sich doch soviel festellen, daß im allgemeinen wohl auf den versichiedenen Strecken des Wesertales zwischen Holzminden und Hameln Verwerfungen vorliegen, deren Spalten die Wassermassen in ihren ersten Anfägen zu ihrem Laufe benutzt haben dürften.