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Aufschlüsse der neuen Bahnlinie Reinerz-Cudowa (Grafschaft Glatz) in der Kreide-Formation, im Rotliegenden und im Urgebirge.

Flegel, Kurt

Kurzfassung

Die neue Bahnlinie Reinerz-Cudowa, deren Bau wegen einer zu überwindenden Höhendifferenz von ca. 200 m auf eine verhältnismäßig kurze Strecke nur unter großen Schwierigkeiten vor sich gehen konnte, hat eine Anzahl neuer interessanter Aufschlüsse im Urgebirge, im Rotliegenden und in der Kreideformation geschaffen, deren Erörterung den Zweck dieser Zeilen bildet. Der Bahnhof von Reinerz liegt nördlich der Stadt in der Gemeinde Romsgasse am Südabhange des Ziegelberges in einer Seehöhe von 560 m. Er steht auf einem dem Unter-Turon angehörigen harten blaugrauen Plänerkalke, aus dem das geolog. Museum Breslau Inoceramus hercynicus Petraschek besitzt. Durch die eindringenden Wässer ist das am Bahnhofe anstehende Plänergestein bereits entkalkt worden und hat gelblich-braune Farbe angenommen. Besonders deutlich fallen hier die kugeligen, kalkigen Mineralkonkretionen des Pläners in die Augen. Die ersten Aufschlüsse der in einem flachen Bogen nach Nordwesten sich hinziehenden Bahnlinie zeigen den Pläner in nur wenig geneigter Lage. Auffällig ist eine WNW gerichtete deutlich ausgeprägte Transversalschieferung des Pläners genau westlich von der höchsten Erhebung des Ziegelberges. Sie liegt in der direkten Fortsetzung einer von Leppla kartierten Verwerfung Hermsdorf-Kol. Klinkei und dürfte einer in dieser Richtung erfolgten Zerreißung der Gesteinsmasse entsprechen. An dem Nordabhange des Höhen-Berges beschreibt die Bahnlinie einen nach Süden geöffneten Bogen und lenkt nach Südwesten um in der Richtung auf die Kolonie Ratschenberg zu Auch hier besitzt der Pläner nur ein flaches Einfallen von 4°-6° nach ONO. Unter den Kluftrichtungen herrscht immer noch die WNW-Richtung vor.