Original paper

Fortsetzung der Überfaltungsdecken westlich des Urnersees

Arbenz, Paul

Kurzfassung

Ohne Zweifel kann man hier eine untere und obere Schubmasse unterscheiden. Die untere bildet die sichere Fortsetzung der Glarner Überfaltungsdecke, die östlich des Urnersees die Axenkette aufbaut, und mit der sich in der Gegend des Urnersees nach der Ansicht von Arnold Heim die Ausläufer der Säntisdecke vereinigen. Die obere entspricht der Drusbergdecke, die von Osten her mit dem Frohnalpstock bei Brunnen das Quertal des Urnersees erreicht und westlich des Sees mit fast ganz genau gleichbleibendem Faltenbau durch Unterwalden verfolgt werden kann. Von ihr werden die Bauenstöcke, der Brisen und wohl sämtliche Kreideberge zwischen dem Tal des Brünigpassse und dem Engelberger Tal gebildet. Der untern Schubmasse gehören an: das Urirotstockmassiv, die Melchtaler Berge und weiter westlich die den Berneroberländer Riesen vorgelagerten Bergzüge des Schwarzhorns, Faulhorns, Männlichen, Schildhorns etc. In Unterwalden ist die Breite der noch erhalten gebliebenen Überfaltungsmassen geringer als in der östlichen Fortsetzung, in Schwyz, Glarus und St. Gallen. Dies rührt nicht bloß von stärkerer Abtragung her, sondern auch von geringerem Ausmaß der Überfaltuug. Dafür trat innerhalb der einzelnen Decken, besonders der unteren, stärkerer Zusammenschub und somit stärkere Faltung ein. Große, gegen Norden überstürzte Falten bilden den Grundzug der Tektonik der Kalkgebirge von Engelberg. Die Studien, die der Sprechende in diesem Gebiete gemacht hat und diesen Sommer weiter zu führen gedenkt, zeigten ihm ein Faltenbild, das darauf schließen läßt, daß die Überschiebungsfläche primär schon steiler gegen Norden einfiel, als weiter östlich in Uri und Glarus, daß die überschobenen Massen, die von S her über das kristalline Aarmassiv gekommen waren, gegen N stark abwärts gestoßen wurden, mit den Stirnrändern gegen unten drängten und besonders durch diese Stauung stark in sich gefaltet wurden, zuweilen in harmonikaähnliche Zickzackfalten.