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Über Staumoränen am Teltow-Kanal.

Solger, Friedr[ich]

Kurzfassung

Die folgenden Ausführungen wollen dazu beitragen, die Oberflächengestaltung südlich von Berlin in ihren Einzelheiten zu erklären. Dabei waren zwei Gesichtspunkte für mich leitend: Erstens darf man meines Erachtens in diesem kleinen Gebiete von tektonischen Bewegungen ganz absehen. Da es sich ferner um ein Gelände von flachem Relief handelt, dem alle bedeutenderen Wasserläufe fehlen, so kommen als modellierende Kräfte nur die Begleiterscheinungen beim Abschmelzen des Inlandeises in Frage. Somit scheinen der Erklärung nicht allzu große Schwierigkeiten zu erwachsen. Zweitens aber zerstört das heranflutende Häusermeer Groß-Berlins von Jahr zu Jahr mehr Einzelheiten des Geländebildes, verdeckt einen Aufschluß nach dem andern, sodaß in kurzer Zeit der hier gemachte Versuch unmöglich sein wird, weil das Objekt verschwunden ist. Einige Aufschlüsse an dem im Bau begriffenen Teltowkanal, mit denen ich Gelegenheit hatte, mich zu beschäftigen, mögen zum Ausgangspunkte dienen. Der Kanal, der südlich von Berlin Dahme und Havel verbindet, beginnt bei Grünau, verläuft bis Britz in den Moorböden und Talsanden des Spreetales, durchschneidet dann die Teltower Hochfläche in etwa östlicher Richtung und folgt jenseits Steglitz dem Tale der Beke. Das Hauptinteresse vom geologischen Gesichtspunkte beansprucht der Abt schnitt zwischen Britz und Steglitz, der allein tiefere Aufschlüsse geschaffen bat. Das Gelände zeigt hier in seiner Oberflächengestaltung ein abweichendes Gepräge gegenüber der nördlichen und südlichen Umgebung. Während auf dem kurzen nördlichen Stück des Teltowplateaus merkliche Talbüdungen fehlen, und während im Süden die Talrichtung NO-SW, die normale Abflußrichtung von dem zurückweichenden Eisrande, maßgebend wird, drängen sich hier auf einem kurzen Raum zahlreiche schmale, meist gegen 10 m hohe Hügelzüge, O-W bis NW-SO gerichtet, zusammen.