Original paper

Über Kalksandstein-Konkretionen und fossilführende Kalke an der Basis des Röth.

v. Koenen, Adolf

Kurzfassung

In der Jahresversammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft zu Freiberg 1891 hatte ich Kalksandstein-Kugeln in Sand und Sandstein verschiedener Formationen vorgezeigt und dazu bemerkt, daß durch Auslaugung des Kalkes lockerer Sand in rundlichen Hohlräumen des Sandsteins zurückbliebe, deren Wandungen bräunlich bis dunkelbraun gefärbt wären, wenn neben Kalk auch Eisen- oder Mangankarbonat vorhanden gewesen wäre, das sich dann höher oxydierte. Neben solchen ,Tigersandsteinen" erwähnte ich auch ,fast roggensteinartige Gesteine" aus der Gegend von Göttingen, und von diesen habe ich inzwischen recht viel mehr beobachtet. So finden sich in großer Verbreitung im Unteren Buntsandstein, seltener im Mittleren, dünnschichtige, feinkörnige Sandsteine, in welchen dünne Lagen von Sandstein und von Karbonatkörnchen abwechseln, oder, falls letztere aufgelößt sind, an ihrer Stelle dunkelbraune Poren. Gelegentlich kommen auch Sandsteine vor, in welchen diese Lagen sehr deutlich diskordante Parallelstruktur besitzen, und in der Gegend von Alfeld, sowie in einem Bohrloch bei Güntersen bei Dransfeld gehen einzelne Kalksandsteine durch eine geringe Anwitterung in wirkliche Roggensteine über, wenn auch deren Körner nur 1 mm bis höchstens 2 mm Durchmesser besitzen. Größere Kalksandstein-Konkretionen treten aber besonders in den obersten Schichten des Mittleren Buntsandstein, im Bausandstein auf, so z.B. zerstreute, kaum erbsengroße, helle Knoten in mürbem Sandstein in einem kleinen, verlassenen Steinbruche östlich von Klein-Lengden, südöstlich von Göttingen. Dagegen liegen wallnußgroße, helle Sandsteinkugeln in einem großen Steinbruch nordöstlich von Göttingen, an der Straße von Waake nach Ebergötzen, zerstreut in dem roten, plattigen Sandstein und auch lose in dem mürben, zerfallenen Gestein und auf dem Boden des Steinbruches.