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Über den Unterricht in Geologie.

v. Koenen, Adolf

Kurzfassung

Den Unterricht in den Grundzügen der Geologie auf den mittleren und höheren Lehranstalten einzuführen erbat eine Eingabe an die Kultus-Ministerien aller deutschen Bundesstaaten, welche von der Jahres-Versammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft in Kassel einstimmig beschlossen wurde und in der Zeitschrift derselben abgedruckt ist. Es wurde vorausgesetzt, daß der Unterricht in den mittleren Klassen der Lehranstalten beginnen, keinerlei Vorkenntnisse oder irgendwie erhebliches Auswendiglernen erfordern solle, sondern die Beobachtung und das Denken in der Natur lehren und schärfen. Es ist aber hervorzuheben, daß mit dem allmählichen Ausbau der Wissenschaften die Mineralogie und Geologie, die doch immer noch zusammen genannt werden, sich immer weiter von einander entfernt haben, daß die Erstere füglich nur im Zusammenhange mit der Chemie gelehrt und verstanden werden kann, daß für die Grundzüge der Geologie aber nur eine oberflächliche Kenntnis von etwa 10 Mineralien und Gesteinen nötig ist, welche in ganz kurzer Zeit nach Bedarf oder als Einleitung vorgeführt werden können. Ein Jahr darauf habe ich dann ein Programm der Materien zusammengestellt, welches diesen Voraussetzungen entsprechen dürfte und die ersten Anfangsgründe der Geologie enthält, welche eben für den Unterricht auch schon in den mittleren Klassen geeignet sein könnten und eigentlich jedem Gebildeten ohne weiteres verständlich sein sollten. Dieses Programm, welches nicht veröffentlicht worden ist, umfaßt kurz folgende Teile: I. Wirkung des Wassers, Erosion und Abrasion, Ablagerung von gröberen und feineren Materialen, ...