Original paper

Actinocamax plenus Blainv. aus norddeutschem Cenoman.

Stille, Hans

Kurzfassung

Schlüter hat den Actinocamax plenus Blainv. in zahlreichen Schachtanlagen zwischen Mühlheim und Dortmund in einem petrographisch ein Mittelding zwischen dem unterteufenden Grünsande mit Schloenbachia varians Sow. und dem überdeckenden Plänermergel mit Inoceramus mytiloides Mant. bildenden lockeren, kalkig-tonigen Mergel vergesellschaftet mit Serpula amphisbaena Gdf. und vielleicht noch ein paar Galeriten nachgewiesen. ,Da Gesteine mit Actinocamax plenus", sagt Schlüter weiter, ,in subhercynischen Regionen noch nicht nachgewiesen werden konnten und ebensowenig in Westfalen dort gefunden wurden, wo die Zone des Ammonites Rhotomagensis deutlich unter dem Mytiloidespläner entwickelt ist, die Rhotomagensiszone aber in der Kreide über dem westfälischen Steinkohlengebirge noch nicht erkannt ist, so wäre es immerhin möglich, daß die Zone des Actinocamax plenus eine Äquivalentbildung der Zone des Ammonites Rhotomagensis sei. Diese Annahme findet aber in den in England und Frankreich beobachteten Verhältnissen keine Stütze." In Frankreich erkannten ja sowohl Hébert, als Barrois die Schichten mit Actinocamax plenus als eine selbständige Zone an der Grenze von Cenoman und Turon, aber während Hébert sie in das Turon zieht, betrachtet Barrois sie als jüngste Zone des Cenoman. Schlüter schließt sich nun Hébert an, der auch in der englischen Kreide die Schichten mit Actinocamax plenus als tiefstes Glied des Turon zu erkennen glaubte, und läßt das Turon mit der Zone des Actinocamax plenus beginnen. Wie in Bezug auf die französische Kreide, so ist auch in Bezug auf die englische die Auffassung Héberts nicht ohne Widerspruch geblieben, vielmehr hat noch neuerdings Jukes Brown die Schichten mit Actinocamax plenus als eine Subzone des obersten Cenoman, der Schichten mit Holaster subglobosus, erklärt.