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Neuere Beobachtungen über die diluvialen Störungen im Lüneburger Turon.

Gagel, Kurt

Kurzfassung

Im Jahre 1900 beschrieb Müller diluviale Störungen im Turon des Pieperschen Bruches bei Lüneburg. Es waren isolierte, abgequetschte Partien von normalem, kalkhaltigem, nordischem Grand und Sand, die z. T. an erkennbaren Verwerfungslinien, z. T. ganz isoliert im Turon steckten. Die s. Z. von Müller abgebildete Westwand des Bruches zeigt schon lange nichts mehr von diesen diluvialen Sandnestern, die bald nach der Publikation abgebaut waren. Ich habe den Bruch all die Jahre genauer beobachtet und den Abbau regelmäßig verfolgt - es wollte sich lange nichts mehr von derartigen Erscheinungen zeigen, bis in diesem Winter in der Nordwand des Bruches wiederum solche isolierte Diluvialsandmassen im Turon erschienen, Fig. 1. Diese jetzt aufgeschlossenen Diluvialpartien sind aber insofern bemerkenswert, als sie - soweit man an sie herankommen und es genau untersuchen kann - aus gelben, intensiv eisenschüssig verwitterten kalkfreien Sanden bestehen. Die oberste von diesen Diluvialpartien zeigt außerdem eine sehr deutliche Schichtung gelber und brauner Schichten, die intensiv gefaltet sind und zwar genau so, wie das rechts und links anstehende Turon, dessen Feuersteinschichten auch intensive Aufrichtungen und Verbiegungen zeigen. Das eingefaltete Diluvium - 5 isolierte Nester - steckt in bez. über einer total zerrütteten und zertrümmerten Partie von Turon, in der nichts von Schichtung mehr zu erkennen ist. Die Verhältnisse (die Zeichnung stammt vom 28. Februar) sind insofern besonders interessant, als sie eine noch genauere Altersbestimmung der Störungen gestatten, als früher die von Müller beschriebenen. Die gelben, eisenschüssig verwitterten, kalkfreien Diluvialsande, die ins Turon eingefaltet sind, sind nämlich weiter östlich unter normalen Lagerungsverhältnissen zu beobachten - Fig. 2 -;