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Muschelkalkgerölle im Serpulit des nördlichen Teutoburger Waldes.

Stille, Hans

Kurzfassung

Vortragender legte Konglomerate aus dem Serpulit von Bielefeld vor, die fast ausschließlich aus wohl- gerundeten, hühner- bis taubeneigroßen Geröllen von Trochitenkalk bestehen, wie die zahlreichen Stielglieder von Encrinus liliiformis Lam. und der petrographische Charakter des Gesteines beweisen; nur ganz vereinzelt finden sich auch Gerölle aus dem Keuper und Jura. Bei Bielefeld ist nun der Serpulit über einer auch heute noch vorhandenen geschlossenen Folge von Jura- und Triassedimenten zur Ablagerung gekommen, und auch am Teutoburger Walde nordwestlich und südöstlich Bielefeld wie auch weiter nördlich (Herforder Liasmulde, Wiehengebirge) liegen die jurassischen und triadischen Horizonte lückenlos und konkordant übereinander, und es ist undenkbar, daß hier zur Serpulitzeit Muschelkalk kuppen- oder horstartig emporragte. Es bleibt deshalb als Ursprungsort der Gerölle nur das heute von der westfälischen Kreidemulde eingenommene Gebiet südlich Bielefeld, das überhaupt zur jüngsten Jura- und zur Kreidezeit der Schauplatz gewaltiger Schichtenzerstörungen gewesen ist. Da nun dort der Trochitenkalk höher gelegen haben muß, als die Ablagerung der Serpulitgerölle bei Bielefeld erfolgte, und er bei Bielefeld um eine aus der Gesamtmächtigkeit von Keuper und Jura sich ergebende Tiefe, die mit 1000 m gewiß nicht zu hoch veranschlagt ist, unter Terrain lag, so muß zwischen dem Ursprungs- und dem Ablagerungsgebiete der Gerölle schon zur Serpulitzeit in der Höhenlage des Muschelkalkes eine Differenz von über 1000 m bestanden haben.