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Einige Bemerkungen zu der jüngst erschienenen Mitteilung des Herrn Professor Georg Boehm: "Über tertiäre Brachiopoden von Oamaru, Südinsel Neuseeland."

Fuchs, Th.

Kurzfassung

Es ist bekannt, daß die Tertiärbildungen Europas in allen Altersstufen in einer außerordentlich großen Menge von Ausbildungsformen oder Facies auftreten, von denen ich nur die Korallenkalke, die Bivalvenschichten, die Bryozoenkalke, die Pleurotomentone, die Pteropodenmergel, Globigerinenmergel etc. anführen möchte. Diese verschiedenartigen Facies, die in erster Linie auf die bathymetrischen Verhältnisse zurückzuführen und die wir schon gewöhnt sind, als etwas ganz Normales und Selbstverständliches zu betrachten, sind dies im Grunde genommen durchaus nicht. Im Stromgebiete des Mississippi sowie in jenem des La Plata finden wir marine Tertiärbildungen verschiedenen Alters in außerordentlicher räumlicher Entwicklung und mit großem Fossilreichtum. Alle diese Ablagerungen stellen aber ausschließlich Seichtwasserbildungen dar mit Austern, Pecten, Balanen, Massen von großen Bivalven und Muriciden. Dasselbe gilt von den Tertiärbildungen, die sich an der Westseite der Anden von Patagonien bis nach Sitka und Alaska finden, ebenso von jenen der japanischen und malayischen Inseln und Hindostans. Überall treten uns dieselben habituell außerordentlich ähnlichen Litoralbildungen mit Ausschluß bathymetrisch tieferer Facies entgegen. Ganz anders gestalten sich aber die Verhältnisse, wenn wir das südöstliche Australien und vor allem Neuseeland ins Auge fassen. So wenig bekannt die Tertiärbildungen dieser Gebiete auch noch sind, so genügt doch bereits das bisher Bekannte, um zu zeigen, daß hier in den Ablagerungsformen aller Altersstufen eine außerordentliche Mannigfaltigkeit herrscht, die ganz an die europäischen Verhältnisse erinnert.