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Bemerkungen zu C. Gagels Mitteilung über postsilurische nordische Konglomerate als Diluvialgeschiebe.

Stolley, Ernst

Kurzfassung

Die von C. Gagel im Monatsbericht 2, 1905 dieser Zeitschrift beschriebenen postsilurischen Konglomerate sind zweifellos Ment mit solchen, die ich bereits im Jahre 1895 aus der Umgegend von Kiel beschrieben habe. Meine damaligen Beobachtungen gebe ich im folgenden wieder: ,Ich maß hier anhangsweise eines sehr merkwürdigen braunroten, eisenschüssigen Konglomerates Erwähnung tun, welches zwar ohne Zweifel jünger als silurischen Alters ist, aber deswegen nicht Übergängen werden darf, weil die das Konglomerat bildenden Gesteinsstücke mit ganz geringen Ausnahmen durch alle die verschiedenen Abarten der Ramsåsa-Gesteine mit ihren charakteristischen Fossilien gebildet werden. Es sind z. T. bis handgroße, meist plattige Stücke von glimmerreichem roten Schiefer, von roten Beyrichien-Kalk, Pelecypoden-Kalk, Chonetes-Gestein, Tentaculiten-Kalk und -Schiefer genau in der Ausbildung, wie sie bei Ramsåsa auftreten. Ein großer Block, von Herrn Oberlehrer Peters bei Levensau gesammelt, enthält hunderte solcher Ramsåsa-Gesteinsstücke, und dieselben kehren weit kleiner, doch deutlich erkennbar in einer Reihe ähnlicher, aber feinerer Konglomerate wieder. Über das Alter derselben kann ich noch nichts genaueres angeben." Die Priorität, diese Konglomerate beobachtet und, soweit möglich, gedeutet zu haben, kommt also mir zu. Auch die von Gagel erwähnten, äußerlich etwas ähnlichen Konglomerate, in denen anstatt der Ramsåsa-Gesteine Chalcedon, Quarzporphyre, Diabase u. s. w. als Gerölle auftreten, sind mir seit langem bekannt, aber ich vermißte und vermisse auch bei Gagel den Beweis, daß sie mit den ersteren gleichaltrig sind, da ich in ihnen silurische Gerölle bisher nicht gesehen habe und auch Gagel nicht von einer solchen Vergesellschaftung spricht.