Original paper

Über interessante Dünenformen in der Mark Brandenburg.

Solger, Friedrich

Kurzfassung

Obwohl die Dünen der Mark große Flächen bedecken und recht ansehnliche Höhen erreichen, ist in der geologischen Literatur verhältnismäßig wenig von ihnen die Rede. Selbst Wahnschaffe beschränkt sich auf die Feststellung, daß sie auf den großen Talflächen und vielfach auch auf Diluvialhochflächen in langgestreckten Hügelzügen senkrecht zur herrschenden Windrichtung aufgehäuft seien, und führt die in sie eingelagerten Humusstreifen als Beweis an, daß noch bis in die neueste Zeit Umlagerungen des Flugsandes stattgefunden haben. Da er besonders die Dünenzüge im Berliner Tal längs der Hamburger Bahn hervorhebt, so nimmt er offenbar SSW-Winde als herrschende an. In der Tat ist die in der Mark überwiegende Dünenrichtung WNW-OSO. Da aber die Haupttäler die gleiche Richtung haben, so liegt es nahe, jene Dünen als obere und untere Stufendünen zu erklären. Zweifellos ist bei einem großen Teil der märkischen Dünen, soweit sie in Tälern oder an deren Rande vorkommen, die Kammrichtung durch die Talrichtung bedingt. Da die letztere wieder durch die Richtung der alten Wasserläufe hervorgerufen ist, so konnte Girard schon auf die engen Beziehungen zwischen Dünen und Flußläufen in der Mark hinweisen. Ja, Laufer sah in diesem Zusammenhange ein so allgemeines Gesetz, daß er z. B. bei Schmöckwitz, wo die Talrichtung (N-S) mit der Dünenrichtung (NW-SO) nicht übereinstimmt, aus der letzteren auf das ,einstige Vorhandensein des von SO nach NW in dieser Breite verlaufenden alten Odertals" schloß. Da die großen Dünen in der Mark alle bewachsen sind, so fehlen direkte Beobachtungen über den Einfluß der Winde auf ihre Form.