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Bedeutung der Wirbelstacheln der Naosauriden.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Die eigenartige Ausbildung, die die Dornfortsätze der Rückenwirbel bei den Naosauriden erfahren hat, macht diesen Formenkreis der Reptilien zu einem der sonderbarsten Typen der landbewohnenden Wirbeltiere. Sie sind bekanntlich verbreitet von den Grenzschichten des Karbons und Perms (Gaskohle von Nürschan) in den Permgebieten Nordamerikas und Europas und neuerdings von F. v. Huene auch in der deutschen Trias nach gewiesen. Bei dem letztgenannten Autor findet sich a. a. O. auch die Literatur über diese Typen zusammengestellt. Hervorheben möchte ich aus dieser die neueren Untersuchungen von Case, dem es auf Grund permischer Funde in Texas gelang, das Gesamtbild einiger dieser eigenartigen Reptiltypen zu rekonstruieren. Es ist mir aber nicht bekannt, daß hier oder von anderer Seite über die biologische Bedeutung ihrer außerordentlich auffallenden Wirbeldornen Betrachtungen angestellt worden waren und zu einer wahrscheinlichen Auffassung geführt hätten. Bei der extremen Spezialisierung dieses Typus ist es aber sicherlich wünschenswert, zum Verständnis seiner Organisation den physiologischen Zweck seiner Wirbelstacheln klarzustellen. Eine Bedeutung für die inneren Funktionen des Organismus können die riesigen Stachelbildungen des Rückens naturgemäß nicht gehabt haben; sie sind im Gegenteil für den Organismus hinderlich gewesen, indem sie ihn nicht nur außerhalb seiner Schwerpunktsaxe sehr belasteten, sondern ihn offenbar auch in seiner Beweglichkeit stark behinderten. Nun gibt es freilich Fälle, in denen sich ein Organ scheinbar ohne Rücksicht auf die übrigen Teile und jedenfalls auf Kosten der physiologischen Gesamtleistung seines Trägers zu riesiger Größe entwickelt hat, aber immerhin müssen sich solche dem Organismus so weit angepaßt haben, daß sie denselben in seinen wesentlichsten Funktionen nicht beeinträchtigten.