Original paper

Zur Frage der Manufakte im Diluvium der Magdeburger und Neuhaldenslebener Gegend.

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

In einer vom 28. Februar 1905 datirten längeren ,Entgegnung auf H. Blanckenhorns Bemerkungen zu meinem Vortrage etc." nimmt Herr Wiegers namentlich Stellung gegen die von mir gar nicht verteidigte Auffassung des Herrn Dr. Hahne, daß es sich in den Fundstätten Hahnes bei Magdeburg um Eolithe im Sinne Rutots, d.h. der eolithischen Periode handele. Dieser Nachweis war wenigstens in einer ,Entgegnung" gegen mich unnötig, denn er ist nur eine Wiederholung dessen, was ich selbst schon am 21. März 1903 gesagt und in der diesjährigen Januarsitzung der Berliner Anthropologischen Gesellschaft ganz ausführlich auseinandergesetzt habe. Zu meinem Bedauern, aber ohne meine Schuld ist der letzterwähnte schon im Januar zu Protokoll gegebene Vortrag noch immer nicht in der Zeitschrift für Ethnologie gedruckt erschienen, sonst würde Herr Wiegers wohl gesehen haben, daß gerade ich zu allererst aufs schärfste mich gegen die bisherige irrtümliche Übertragung des Rutot schen Einteilungssystems auf deutsche Verhältnisse ausgesprochen habe. Ich gehe in dieser Beziehung auch noch weiter als Wiegers selbst. Mein Angriff richtet sich weniger gegen Herrn Hahne als gegen Rutot und Klaatsch als die eigentlichen Urheber dieser Verwirrung. In Bezug auf den Ausdruck Eolith stellt sich Herr Wiegers genau auf den mir bedenklich erscheinenden Standpunkt Rutots, der wohl für Belgien, England und Frankreich im allgemeinen noch haltbar ist, nicht aber für andere Länder, insbesondere Norddeutschland. Er faßt die Eolithe rein zeitlich als Manufakte der eolithischen Periode auf und macht demgemäß bezüglich ihres Vorkommens nach oben einen scharfen Grenzstrich, der nach geologisch stratigraphischem Gesichtspunkt für alle Länder gleich sein sollte.