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Alter der subsudetischen Braunkohlenformation.

Michael, Richard

Kurzfassung

Die Altersbeziehungen der drei verschiedenen, in Oberschlesien und den benachbarten Gebieten Österreich-Schlesiens und Galiziens unterschiedenen Stufen des Tertiärs zu einander harrten bisher der endgültigen Aufklärung, da dieselben bislang nirgends in Aufeinanderlagerung beobachtet worden waren. Im vergangenen Jahre habe ich bei Untersuchung derfiskalischen Bohrung Zawada bei Orzesche festgestellt, daß die Menilit-führende Abteilung des Karpathen-Oligocän auch in Oberschlesien auftritt und von den marinen Tegeln des Mittelmiocän überlagert wird. Die Ausdehnung des marinen Mittelmiocän konnte dann weiter nach Westen verfolgt werden; dasselbe reicht im Norden bis in die Gegend von Tost, im Westen sogar erheblich über die Oder hinaus und wurde auch in der fiskalischen Bohrung von Polnisch-Neukirch, 12 km. südlich von Kosel, 50 km südöstlich von Oppeln, angetroffen. Es ist hier durch hellfarbigen Tegel mit zahlreichen Versteinerungen als Mittelmiocän charakterisiert. Von besonderem Interesse ist bei diesem letzteren Vorkommen die von mir bereits auf der Allgemeinen Versammlung in Breslau kurz gestreifte Tatsache, daß hier die dritte Abteilung des Schlesischen Tertiärs, die subsudetische Braunkohlenformation, in ihrem direkten Lagerungsverhältnis zu dem marinen Mittelmiocän beobachtet werden konnte. Durch Auflagerung auf diesen mittelmiocänen Schichten erwies sie sich als jünger als diese und zwar als Obermiocän. Die subsudetische Braunkohlenformation ist in letzter Zeit an zahlreichen, z. T. bisher nicht näher bekannten Punkten von mir beobachtet worden (Klettendorf, Krietern, Brockau bei Breslau, Piskorsine, Winzig, Zobten, Schurgast, Frauendorf bei Oppeln, nördlich Hammer bei Ratibor etc.).