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Das Auftreten Von Posidonia Becheri in der oberschlesischen Steinkohlenformation.

Michael, Richard

Kurzfassung

Zu der nachstehenden Mitteilung werde ich durch zwei Aufsätze von Herrn Frech in Breslau veranlaßt, welche im Centralblatt für Mineralogie) und im Glückauf erschienen sind, namentlich durch den Umstand, daß Herr Frech in der letzteren Zeitschrift selbst auf die praktische Bedeutung seiner Entdeckung hinweist und den Rat erteilt, eine Tiefbohrung auf Steinkohlen nicht einzustellen, wenn Posidonia Becheri gefunden wird. Er sagt: ,Ein Vorkommen dieser Art in einem Bohrkern berechtigt daher in keiner Weise, die Einstellung der Bohrung zu beantragen". Diese Schlußfolgerung Frechs ist sehr wohl geeignet, in weiteren Kreisen große Verwirrung und folgenschwere Mißverständnisse hervorzurufen, und sie hat auch bereits, wie mir bekannt geworden ist, zu mißverständlichen Auffassungen geführt. Deshalb muß ich derselben entschieden entgegentreten, da sie zunächst für Oberschlesien auf vollkommen unrichtigen Voraussetzungen beruht. Frech behauptet, daß Posidonia Becheri kein Leitfossil mehr für den flözleeren Kulm sei, sondern in das produktive Karbon hinaufgehe. Es erweckt zunächst den Anschein, als ob Frech Beweise dafür hätte, daß die alte, bekannte, bisher in der ganzen Welt dafür gehaltene, überall als solche abgebildete Leitform des flözleeren Kulms tatsächlich in den höheren Stufen des Oberkarbon gefunden worden sei. Dem ist aber nicht so. Frech behauptet lediglich, die Überzeugung gewonnen zu haben, daß die alte Posidonia Becheri vom Standpunkte des Paläontologen von der feingerippten, bisher als Posidonia meinbranacea oder constricta bezeichneten Art nicht mehr zu trennen sei.