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Bemerkungen zum Karstphänomen.

Katzer, Friedrich

Kurzfassung

I. Bodensenkungsdolinen. In seiner ausgezeichneten Monographie des Karstphänomens, welche zu den wertvollsten Heften von Pencks bekannten ,Geographischen Abhandlungen" zählt, hat sich J. Cvijic bei der Erörterung der Dolinen zum ersten Mal mit jenen Dolinenbildungen näher befaßt, welche nicht im festen Fels, sondern im lockeren Erdreich entstehen. Er nannte sie (S. 35, 251) ,Schwemmlanddolinen" oder ,alluviale Dolinen". Besser als diese beiden Bezeichnungen würde jedoch nach meiner Meinung die Benennung: Bodensenkungsdolinen dem Wesen der bezüglichen Einsenkungen entsprechen, welches darin besteht, daß das Erdreich, welches sich über einer zur Schlotbildung neigenden Unterlage ausbreitet, in einen solchen unterirdischen Hohlraum einsinkt, was zwar nicht auf einmal bis zur ganzen Tiefe der späteren Doline, aber doch ruckweise vor sich geht. Derartige Bodensenkungsdolinen sind in den verkarsteten Gebieten Bosniens überall vorhanden, wenn auch nicht sonderlich häufig. Man trifft sie sowohl auf den Matten der Hochgebirge als auf den grasbedeckten Flächen des Mittelgebirges und Hügellandes, meist auf Kalk, aber auch auf Gips. Eine Vorbedingung ihrer Entstehung scheint nebst der mäßig geneigten oder ebenen Bodenbeschaffenheit das Vorhandensein einer Vegetationsdecke zu sein, deren verfilztes Wurzelwerk dem Erdreich jene Festigkeit verleiht, die ausreicht, um es über einer Schlotmündung eine Zeit lang im Zusammenhang schwebend zu erhalten. Die schönsten Bodensenkungsdolinen sah ich auf meinen geologischen Wanderungen bei Mustavcici im wenig über 200 m hohen Hügelland rechtsseits des Flüßchens Tinja velika östlich von Gracanica, wo Levthakalk von einer dünnen Decke aufgelöster sarmatischer Mergel bedeckt wird;