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Die Eiszeit in den Rheinlanden.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Die Meinung, daß es auch in der Rheinprovinz Wanderblöcke aus der Eiszeit gebe, ist unter dem Volke daselbst sehr verbreitet und veranlaßt häufige Anfragen. Es handelt sich in diesen Fällen stets entweder um auffallend große Gesteinsblöcke, die in dem älteren und jüngeren Flußkies, und ebenso in den heutigen Flußbetten in größeren Abständen voneinander, aber nahezu gleichmäßig verstreut vorkommen und in dem Rhein für die Schifffahrt bei niedrigem Wasserstand lästig sind; diese sind offenbar in der Tat als eine Art von Wanderblöcken zu betrachten, aber nicht durch Gletschereis bewegt, sondern durch Grundeis von dem Oberlauf, in nicht allzu große Entfernung meist von dem Ursprung, nach und nach von Stelle zu Stelle an ihren jetzigen Platz verschleppt worden. In den meisten Fällen jedoch erweisen sich die vermeintlichen glacialen Wanderblöcke als Silicite, kieselige und öfters konglomeratische ,Knollensteine" der rheinischen Braunkohlenbildung. Sie sind bekanntlich in gleichartigen Ablagerungen quer durch fast ganz Norddeutschland bis nach Sachsen und Thüringen hin entstanden und stellen dort in der Tat einen nicht unwesentlichen Betrag unter den wirklichen erratischen Glucialblöcken. Auf den rheinischen Höhen sind sie, von den seltenen Fällen abgesehen, in welchen Grundeistransport in altdiluvialer Zeit denkbar ist, stets an Ort und Stelle oder in unmittelbarer Nähe ,gewachsen", - so fremdartig auch dem Landmann ihre Amwesenheit erscheinen mag. Sie sind an zahllosen Stellen infolge ihres Gewichtes und ihrer Widerstandsfähigkeit gegen zerstörende Einflüsse liegen geblieben, wo sonst keine Spur von der ursprünglich sie einschließenden Ablagerung übrig geblieben ist.