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Muschelkalkfossilien aus Tonlon

Philippi, Emil

Kurzfassung

Es ist bekannt, daß der Muschelkalk der Provence in mancher Hinsicht dem deutschen nahe steht. Besonders die Umgebung von Toulon hat eine Reihe von Arten geliefert, welche mit solchen des oberen deutschen Muschelkalkes teils ident, teils sehr nahe verwandt sind. Auch Ceratiten sind bei Toulon nicht gerade selten, doch fanden sie sich bisher, nach einer mir gewordenen Mitteilung, meist in Bruchstücken. Durch den Sammeleifer des Herrn Michalet, z. Z. in Toulon, ist mir nun eine kleine Suite zugegangen, welche auch Ceratiten in einigermaßen vollständigen Exemplaren und in ziemlich guter Erhaltung aufweist. Unter den mir übersandten Formen befand sich eine, welche mein Interesse besonders erregte. Es war nämlich ein Ceratit, der durch seinen relativ schmalen Rücken, weniger durch die binodose Skulptur, welche nur noch am proximalen Ende der Wohnkammer deutlich erkennbar ist, dem viel besprochenen Ceratites Tornquisti E. Phil. = subnodosus Tornq. aus dem Vicentin sehr nahe zu stehen scheint. Dabei ist die Sutur dieses Stückes durchaus die der deutschen Nodosen. Es sind dieselben breiten Sättel und Loben, dieselben Anxiliarzäckchen vorhanden, wie sie für die Typen des oberen deutschen Muschelkalkes so bezeichnend sind. Auch die eigentümliche Zusammendrängung der Lobenlinien am Ende des gekammerten Teiles, wie sie an so vielen deutschen Stücken erkennbar ist, fehlt hier nicht. Wenn also eine dem Vicentiner Ceratites Tornquisti E. Phil. in Skulptur und Windungsquerschnitt nahe stehende Form aus Toulon sicherlich dem Kreise der deutschen Nodosen angehört, so liegt es nahe, dasselbe auch für den Vicentiner Typus selbst anzunehmen. Tornquist würde also ,auf dem Umwege über Toulon" Recht behalten.