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Nachträgliches zu den diluvialen Störungen im Lüneburger Turon.

Gagel, Kurt

Kurzfassung

In den kürzlich an dieser Stelle (Seite 165 - 167) mitgeteilten Beobachtungen über die diluvialen Störungen im Lüneburger Turon habe ich mich auf die Mitteilung des rein tatsächlichen Beobachtungsmaterials beschränkt, ohne im speziellen eine Erklärung dafür zu suchen, wie die diluvialen Reste an ihre z. T. fast unglaublichen, neuen Lagerstellen mitten im Turon gekommen sind, und nur die Wahrscheinlichkeit betont, daß dies durch einen im Wesentlichen von Osten kommenden Druck tektonischer Ursache geschehen sein müsse. Eine genauere Deutung des Vorganges, wie das Diluvium ins Turon gekommen ist, vor allem wie der zuletzt in der Anmerkung erwähnte Rest kalkfreien Tons mitten in die zwar steil aufgerichteten und schraubenartig gedrehten, aber sonst scheinbar im ursprünglichen Schichtenverband liegenden Schichten des Oberturon gekommen ist - Fig. 2 -, kann ich auch heute nicht geben -, diese Verhältnisse spotten nach wie vor jeder spezielleren Erklärung. Dagegen fand ich in den Brüchen der Zementfabrik am Zeltberg neuerdings einen sehr schönen Beweis dafür, daß die Gebirgsbewegungen, die die ganze Kreide Lüneburgs in so zahlreiche Schollen zerstückelt und verschoben haben, tatsächlich eine sehr wesentliche horizontale, von Osten wirkende Komponente gehabt haben. In dem großen Bruch am Zellberg sind die Heterocerasschichten längs einer Ost-West streichenden Verwerfung neben die Granulatenkreide gelegt, und beim Abbau der Heterocerasschichten bis zu dieser Verwerfung ist die Verwerfungsfläche auf den Granulatenschichten in einer großen, senkrechten Wand freigelegt.