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Das zweifellose Vorkommen der Posidonia Becheri im Oberkarbon.

Frech, Fritz

Kurzfassung

Unmittelbar nachdem durch den wichtigen Nachweis der Posidonia Becheri im westfälischen Oberkarbon durch v. Kosnen das letzte Glied in der Verbreitungskette dieser wichtigen Form geschlossen war, erschien in diesen Monatsheften eine Mitteilung des Herrn Dr. Michael, welche meine Bestimmungen z. T. in Zweifel zieht. Nach meiner Untersuchung kommt sowohl im Unter- als als auch im Oberkarbon neben der typischen grobrippigen Form eine feinrippige Varietät vor. Unten überwiegt Posidonia Becheri typ., oben ist die feinrippige z. T. als Posidonia membranacea M'coy bezeichnete Form etwas häufiger. Der Größenunterschied (die oberkarbonische Form ist vielfach etwas kleiner) ist ebenfalls nicht als durchgehende Unterscheidung anzusehen. Vor allem sind die Exemplare der belgischen oberkarbonischen Phtanite ansehnlich groß. Ferner habe ich vor kurzem in alten Bestanden des Breslauer Museum eine Posidonia Becheri von der Grube Westfalia bei Dortmund gefunden, die bei 3 cm Breite 2,5 cm Höhe mißt. Die Breite ist, da das Exemplar vorn zerbrochen ist, noch etwas bedeutender. Das Stück besitzt also durchaus die Größe mittlerer unterkarbonischer Formen und stimmt in der Form seiner Berippung durchaus überein z. B. mit einem Exemplar der unterkarbonischen Posidonienschiefer von Longshiny in Irland und einem anderen Stück von Alosna, Provinz Huelva. Es ist unmöglich, zwischen diesem zweifellos oberkarbonischen und den weiteren ebenso zweifellos unterkarbonischen Stücken Unterschiede zu machen. Will man die feinrippige Varietät durch einen besonderen Namen (membranacea M'coy) auszeichnen, so sind die typische Form und die Varietät sowohl aus dem unteren als auch aus dem oberen Karbon zu zitieren.