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Beobachtungen über neue Vorkommen von fossilführendem Diluvium.

Wolff, Wilhelm

Kurzfassung

Folgende Reisebeobachtungen, zu deren weiterer Verfolgung mir Gelegenheit fehlt, erlaube ich mir zu Notiz zu geben: 1. In der Königl. Forst Gnewau im Kreise Neustadt, Westpreußen, wird eine Kalkablagerung abgebaut, welche sehr eigenartige Lagerungsverhältnisse zeigt. Die Hanptgrube lag im Juni d. J. an der Westseite eines von Pelzau (Bl. Neustadt) südwärts in den Wald führenden Weges, ungefähr 800 m von der Chaussee entfernt (an der Nordgrenze von Bl. Soppieschin). Sie schneidet einen bewaldeten Berghang an, und man sieht dort im Grunde der Grube eine bis zu 4 m Mächtigkeit aufgeschlossene, ganz gleichmäßige, feingeschichtete graue Kalkmasse, über welcher ungefähr 21/2 m Geschiebemergel, weiterhin auch Kies lagert. Der Kalk liegt in sanften Wellen ohne erhebliche Störungen; er hat durchaus das Ansehen von Seekalk, nicht etwa Kalktuff, und enthält keine sichtbaren Fossilien, aber viele Diatomeen. Das Liegende ist nicht sichtbar, besteht aber, soviel ich erfahren konnte, aus nordischem Sand oder Kies. Es besteht danach eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß es sich um eine interglaciale Ablagerung handelt, wie solche bislang aus diesem Landstrich nicht bekannt geworden. Postglacial ist sie sicher nicht, da sie in die gegenwärtigen Terrainverhältnisse absolut nicht hineinpaßt und deutlich von Moräne überlagert wird. 2. Am Haddebyer Noor bei Schleswig zieht sich unter der Ortschaft Loopstedt (Bl. Kropp) ein steiles Ufer hin, an welchem in ungefähr halber Höhe viel Quellwasser aussickert.