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Die krystallinen Geschiebe des ältesten Diluviums auf Sylt.

Petersen, Johannes

Kurzfassung

Bekanntlich verdanken wir E. Stolley, dem unermüdlichen Erforscher der Geologie der Insel Sylt, die Kenntnis, daß sich am Roten Kliff, jenem ausgezeichneten, immer von neuem frisch abbrechenden, leider zeitweilig und stellenweise auch wieder sich verschüttenden Aufschluß unterhalb des mächtigen, schon von L. Meyn und später von O. Zeise, C. Gottsche und dem Verfasser dieses Aufsatzes beschriebenen Geschiebemergels noch andere Ablagerungen diluvialen Alters befinden, die zweifellos älter sind, als die am Roten Kliff vorherrschend auftretende, aus einem braunen, sandigen Geschiebemergel bestehende Moräne und sich durch eine scharf ausgeprägte Denudationsfläche von ihr abheben. Während zuerst das diluviale Alter eines Teils desfrüher als rein tertiär betrachteten, in erheblicher Mächtigkeit im Liegenden der Hauptmoräne auftretenden Kaolinsandes und -grandes festgestellt wurde, und anders beschaffene Absätze älteren Diluviums nur in Gestalt von damals verhältnismäßig untergeordnet erscheinenden Anhäufungen von ausnahmslos als Windschliffe ausgebildeten, kristallinischen Geschieben entdeckt wurden, fand Stolley später, als an dem stetig sich verändernden Kliff neue Abbrüche entstanden waren, daß eine diluviale Ablagerung, älter als die Hauptmoräne des Roten Kliffs, auch als echte Moräne, z. T. als Geschiebemergel, z. T. als mächtige fluvioglaciale, meist geröllreiche Sande ausgebildet, im Liegenden der Hauptmoräne auftrete. Die Deutung der liegendsten diluvialen Ablagerungen des Roten Kliffs als Absätze der ersten der drei Vereisungen Norddeutschlands steht und fällt mit der Altersbestimmung der Hauptmoräne als zur zweiten, sogenannten Hauptvereisung gehörig.