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Die wichtigsten Strukturlinien im geologischen Aufbau Südwestdeutschlands.

Regelmann, C.

Kurzfassung

Die soeben fertiggestellte fünfte Auflage der ,Geologischen Übersichtskarte von Württemberg: und Baden" umfaßt nun auch das Elsaß, die Pfalz, Teile der preußischen Provinz Rheinland, den südlichen Teil des Großherzogtums Hessen, das westliche Bayern bis zum Ansbacher Meridian, ein beträchtliches Stück der Voralpen und des Schweizerischen Molasselandes, sowie endlich größere Gebiete des Schweizerisch-Französischen Jurazuges und des Lothringischen Tafellandes. Die Karte ist mit einem reichen Tatsachenmaterial der Tektonik ausgestattet und enthüllt damit dem aufmerksamen Beschauer die wichtigsten Strukturlinien im Grundplan des schönen Schichtstufenlandes, das den Sammelnamen ,Südwestdeutschland" trägt. Vielgestaltig erscheint der geologische Aufbau dieses Landes, und doch zeigen sich auch hier ruhende Pole in der Erscheinungen Flucht; einfache einheitliche Grundgedanken eines weisen großzügigen Schöpfungsplanes. Als solche betrachten wir die wichtigsten Strukturlinien des Schichtengebäudes. Richtung und Stärke der gebirgsbildenden Kräfte haben ihre deutlichen Spuren hinterlassen in den Elementen der Tektonik: Streichen und Fallen der aufgerichteten Schichtentafeln; Richtung und Art der Faltenzüge; Richtung und Sprunghöhe der Zerreißungen an den Bruchlinien der Erdkruste, den Verwerfungsspalten; Bau und Richtung der großen Mulden (Richtung der Synklinalen); Bau und Richtung der großen Sättel (Richtung der Antiklinalen); endlich die Gestaltung der Flexuren, d. h. der Schichtenabbiegungen und diejenige der Überschiebungen.