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Die tektonische Entwicklungsgeschichte der Ostalpen.

Frech, Fritz

Kurzfassung

Die Hypothesen über die Entstehung der Alpen haben vielfach - bewußt oder unbewußt - mit der Annahme einer einheitlichen Bewegung gerechnet; die symmetrische Anordnung, welche ältere Forscher in dem Gebirge zu erkennen meinten, und die gewaltige nordwärts gerichtete Überschiebung der ganzen Zentralkette, durch welche in neuester Zeit die geologische. Welt überrascht wurde, haben die Konzentration der ganzen Bewegung auf eine tektonische Hauptphase miteinander gemein. Bei anderen Versuchen, die Schwierigkeit der Deutung des Gebirgsbaus zu besiegen, tritt besonders das Bestreben hervor, die Tektonik in Zusammenhang mit der lokalen Ausbildung der Sedimente (E. Haug), der größeren und geringeren Mächtigkeit der einzelnen geologischen Horizonte zu bringen. Man spricht demgemäß z. B. von einer. Fazies der romanischen Voralpen und versteht darunter in erweitertem Sinne sowohl die Entwicklung der mesozoischen Schichten, als auch die Eigenart des Gebirgsbaus, welche dieses Gebiet kennzeichnet. Ein zweiter dem vorliegenden nahe stehender Gesichtspunkt betrifft das geologische Alter der einzelnen Abschnitte der Gebirgsbildung. Zwar hat schon E. De Beaumont die Chronologie tektonischer Phasen erörtert, aber die Unterscheidung beruhte bei dem älteren Forscher auf der Verschiedenheit der Richtung der Gebirgsketten. Jetzt versucht man, die verschiedene Struktur benachbarter Gebirgszonen mit den beobachteten Diskordanzen zu kombinieren und auf diese Weise das Wachstum eines kompliziert gebauten Gebirges auf das Vorbandensein von Bestandteilen verschiedenen Alters und verschiedener Vorgeschichte zurückzuführen. Mit besonderer Klarheit läßt sich nach Uhlig in den Karpathen wiederholte und unterbrochene Gebirgsfaltung nachweisen; die Faltung wandert von innen nach außen und fügt in jeder folgenden Periode dem alten Kerne eine neue Gebirgszone an.