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Tief See-Radiolarien.

Häcker, V

Kurzfassung

Vortragender, welcher seit längerer Zeit mit der Bearbeitung derRadiolarien-Ausbeute der deutschen Tiefsee-Expedition beschäftigt ist, möchte einige ökologische und tiergeographische Ergebnisse vorführen, von denen er glaubt, daß sie auch für den Paläontologen von Interesse sind. Es handelt sich dabei in erster Linie um die in der Mehrzahl tiefenbewohnenden Tripyleen, verhältnismäßig große, bis zu 10 mm im Durchmesser erreichende Formen, welche ihren Namen daher haben, daß die den Kern umschließende häutige Centralkapsel in der Regel mit drei Öffnungen versehen ist. Was die horizontale Verbreitung dieser Formen anbelangt, so tritt besonders scharf der Gegensatz zwischen Kalt- und Warmwasserformen hervor. Im allgemeinen sind, wie auch bei anderen Organismen, die Warmwasserformen auf die Mecresteile zwischen dem 40. Grad nördlicher und 40. Grad südlicher Breite, die Kaltwasserformen auf die Gebiete jenseits dieser Breiten beschränkt (I, S. 131). Ein besonderes Interesse beanspruchen die bipolaren Formen, welche in den beiden Eismeeren vorkommen und zum Teil in den dazwischen gelegenen warmen Meeresgebieten durch nahe verwandte Formen vertreten sind (so die bipolare, die Oberflächenschichten bevorzugende Challengeria harstoni durch die tropisch-atlantische und tropisch-indische, tiefenbewohnende Ch. sloggetti), ferner die triozeanischen Warmwasserformen, welche ihre Hauptverbreitung in den eigentlich äquatorialen Gebieten der drei Ozeane besitzen, und endlich die unipolar-submergenten Formen, deren Hauptverbreitungszentrum in einem der Eismeere liegt, und welche von hier aus, offenbar den unterseeischen Polarströmungen folgend, in die Tiefenregionen der benachbarten wärmeren Gebiete ausstrahlen.