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Das petrographische Mikroskop als Konoskop.

Sommerfeldt, E.

Kurzfassung

Der Vortragende demonstriert ein Mikroskop, welches auf möglichst einfachem Wege Beobachtungen und Ausmessungen der Interferenzbilder im konvergenten polarisierten Licht durchzuführen bestimmt ist. Dasselbe dürfte besonders zur Feldspatbestimmung im Dünnschliff, aber auch für beliebige andere petrographische Arbeiten geeignet sein. Das Instrument bietet einen Ersatz für die Mallard-Becke sche Methode, welche für Feldspatbestimmungen und Axenwinkelmessungen an Schnitten, die schief zur spitzen Mittellinie eines zweiaxigen Minerals getroffen sind, bekanntlich Wichtigkeit besitzt. Statt des Becke schen Zeichenapparats wird bei dem neuen Instrument ein Mikrometer, welcher die zwei Koordinaten (Zentrodistanz und Polwinkel) eines beliebigen im Gesichtsfelde befindlichen Punktes zu bestimmen gestattet, benutzt. Dasselbe ist unterhalb des Objekttisches so angebracht, daß es bei herausgenommenem Okular gleichzeitig mit dem Interferenzbild (also bei der Lasaulx schen Beobachtungsmethode) scharf sichtbar wird. Durch eine besondere Fassung des Kondensors (auf dessen unterster Linse in dem von Fuess konstruierten vorliegenden Modell sich die Mikrometerskala befindet) kann derselbe um die Instrumentaxe in genau meßbarem Betrage gedreht werden, wo durch sich der Polwinkel ergibt, während die Centrodistanz an der Mikrometerskala direkt abgelesen werden kann. Diese Anordnung leistet für die meistens besonders in Frage kommenden sehr kleinen Mineralblättchen wesentlich mehr, als die schon früher (z. B. v. Schwarzmann) benutzte Anbringung eines Mikrometers im Okular.