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Geologischen Verhältnisse der Insel Kos und ihrer Nachbarinseln.

Plieninger, Felix

Kurzfassung

Auf der, an der kleinasiatischen Küste, nördl. von Rhodos gelegenen türkischen Insel Kos waren im Verlaufe der letzten sechs Jahre von Prof. R. Herzog in Tübingen mit großem Erfolge archaeologische Ausgrabungen unternommen worden. In der von M. Neumayr im Jahre 1879 publizierten geologischen Karte dieser Insel waren nun Prof. Herzog verschiedene Lücken aufgefallen und da er seiner in Aussicht stehenden archaeologischen Abhandlung über Kos gerne einen geographischen und geologischen Überblick beifügen wollte, so beschlossen, auf seine Aufforderung hin, Prof. Sapper und ich, die Insel nochmals zu untersuchen. Da die englische Seekarte außerordentliche Mängel aufweist, so sollte Prof. Sapper außer geologischen Untersuchungen sich möglichst auch mit topographischen Aufnahmen befassen, während mir hauptsächlich geologische und palaeontologische Arbeit zufallen sollte. Der Ausbruch der Pest im Herbste des Jahres 1904 in Smyrna, das wir auf verschiedenen Wegen erreichen wollten, hat einen gemeinsamen Besuch der Insel vereitelt. Ich mußte mich deshalb im vorigen Jahre, während Prof. Sapper ca. 3 Wochen auf Kos weilte, mit dem Besuche von Santorin und einiger anderer griechischen Inseln begnügen und konnte dann erst wieder in diesem Frühjahre auf die Untersuchung von Kos und die im Süden liegenden Nachbarinseln ca. 6 Wochen verwenden. Ein anderes Ziel, das ich noch zu erreichen gehofft hatte, nämlich die Untersuchung der mehr als 50 km westlich von Kos gelegenen Insel Astropaliá, einer Insel, welche meines Wissens noch nie von einem Geographen oder Geologen besucht worden ist, konnte ich auch diesmal, ungünstiger Witterung wegen, infolge Mangels jeder Dampferverbindung, nicht erreichen.