Original paper

b. Während der Versammlung.

Koken, Ernst

Kurzfassung

14. August. Nachmittagsexkursion über Lustnau nach Bebenhausen. Der Weg führt von Tübingen ab zunächst in der Sohle des Ammertals und im Niveau der bunten Keupermergel. Oberhalb Lustnau quert man die deutlich heraustretende Stufe des Stubensandsteins und kommt durch verwaschene und erodierte Knollenmergel, deren Grenze durch den Austritt von Quellen gekennzeichnet wird, in den rhätischen Sandstein, der hier seit alter Zeit in großen Brüchen gewonnen wird. Die Sandsteine, welche stark zerklüftet sind und gegen die Seite des Neckartals hin zu Ablösungen neigen, sind fast versteinerungsleer, bis auf einige problematische Spuren und Reste von Pflanzen (insbesondere Holz). Die Grenze zum Lias, der nur in seinen tiefsten Schichten erhalten ist, wird hier nicht durch ein typisches Bonebed gekennzeichnet, wohl aber durch einen dünnen Belag der unregelmäßig welligen Sandsteinoberfläche, in dem neben Koprolithen, einzelnen Schuppen und Zähnen zahlreiche, meist abgerollte Car- dinien und einzelne Ammoniten gefunden werden. Auch diese sind meist fragmentarisch erhalten; charakteristisch ist die relative Häufigkeit der sonst seltenen Art Psiloceras subangulare. Die echten Psilonotenschichten liegen darüber, sind reich an Plagiostoma punctatum etc., aber Psilonoten sind selten. Einzelne sog. Riesenpsilonoten stammen von hier. Über den harten Kalken folgen tonige Schichten, durchzogen von dünnen Mergelbänken (Pappendeckel) und Nagelkalk. Im lehmigen Abraum treten vereinzelte, stark umgewandelte und oft bohnerzartige Gerölle auf, welche die frühere Existenz wahrscheinlich pliocäner Schotter andeuten. Sie haben in der Umgegend eine weite Verbreitung, sind aber nirgends intakt erhalten.