Original paper

Über Stephanospondylus n. g. und Phanerosaurus H. v. Meyer.

Stappenbeck, Richard

Kurzfassung

Die berühmten Kalksteinbänke des mittleren Rotliegenden von Niederhäßlich im Plauenschen Grunde bei Dresden haben bekanntlich eine außerordentlich reiche Fauna von Stegocephalen und Reptilien geliefert. Schon Hanns Bruno Geinitz und J. V. Deichmüller schenkten diesem Vorkommen große Aufmerksamkeit und beschrieben eine Reihe von jenen Tieren. Ganz außerordentlich wurde aber unsere Kenntnis von der permischen Lebewelt durch die eingehenden Arbeiten Credners bereichert, die in einer Anzahl von ausgezeichneten Abhandlungen in dieser Zeitschrift veröffentlicht sind. Von Niederhäßlich stammt nun auch das Material, das dieser Arbeit zu Grunde liegt; nämlich zwei Gesteinsplatten samt den dazu gehörigen Gegonplatten, auf denen die Überreste eines großen Sauriers in wirrem Durcheinander zerstreut liegen. Die Wirbel dieses Tieres, das von H. B. Geinitz und J. V. Deich-Müller beschrieben wurde, zeigten große Ähnlichkeit mit einigen Wirbeln, die schon längere Zeit zuvor im König-Johann-Schachte der Sächsischen Steinkohlenkompagnie bei Oberlungwitz bei Zwickau gefunden worden waren und Hermann von Meyer als Unterlage bei der Aufstellung seiner Gattnng Phanerosaurus gedient hatten. Infolge dieser Ähnlichkeit hielten die beiden genannten Forscher den Saurier von Niederhäßlich für übereinstimmend mit Phanerosaurus, sodaß sie ihn als Phanerosaurus pugnax bezeichneten. Aber weil der Erhaltungszustand der Knochenreste recht schlecht war, und eine Präparation nur in sehr geringem Maße vorgenommen wurde, so beschränkte sich diese Beschreibung auf einige der besterhaltenen Knochen, deren Deutung aus den erwähnten Gründen auch nicht immer zutreffend war. Bei dem Interesse, welches diesen alten Formen der Reptilien zukommt, war eine erneute Untersuchung mit Hilfe besserer Präparationsmethoden sehr wünschenswert.