Original paper

Über Fährten und Reste von Wirbeltieren im Buntsandstein des nördlichen Baden.

Spitz, Wilhelm

Kurzfassung

Bei der noch immer bestehenden Meinungsverschiedenheit über die Bildungsweise des Buntsandsteins macht sich seine Armut an Organismenresten recht unangenehm bemerkbar. Da solche am ehesten einen sichern Schluß auf die Verhältnisse gestatten, unter denen er abgelagert wurde, ist auch die geringste Spur einer Fauna bemerkenswert. Es sei mir daher gestattet, über einen wohl neuen Typus von Wirbeltierfährten und einige andere Spuren aus dem Buntsandstein des nördlichen Baden eine kurze vorläufige Mitteilung zu machen. Neben wenigstens viererlei verschiedenen Fährtenformen mehrzehiger Wirbeltiere finden sich in den Plattensandsteinen des Röt (,so1" der badischen geologischen Karten), besonders häufig bei Durlach, die in drei Exemplaren abgebildeten Spuren. Es sind die aus dem hangenden Sandstein bestehenden Ausgüsse der in den liegenden Tonbänken verursachten Fährteneindrücke. Aus der Sandsteinplatte steigen (Fig. 1) sanft ohne scharf erkennbaren Anfang längliche Erbebungen auf, die an der einen Längsseite schwach und allmählich, an der andern steil abfallen, ja dort oft überhängen. Die Stirnseite ist gerundet, neigt sich ebenfalls rasch zur Fläche der Platte oder hängt deutlich über und läßt sich von der steilen Längsseite nicht scharf abgrenzen. In der Längsrichtung verlaufen auf den Fährtenausgüssen meist deutliche flache Streifen. Diese wenden sich kurz hinter dem Stirnrand und ziehen, ihm annähernd parallel, nach der flach abfallenden äußern Seite zu. (In Fig. 2 u. 3 erkennbar.) ,Nach außen" kann man diese Richtung bezeichnen, inbezug auf eine häufig auftretende Leiste (Fig. 2 u. 3), die als Ausguß der Spur des nachgeschleppten Schwanzes des die Fährte erzeugenden Tieres zu deuten ist. Auch sie zeigt gelegentlich eine deutliche Längsstreifung (Fig. 3).