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Bemerkungen über die holsteinische Glaciallandschaft.

Wolff, Wilhelm

Kurzfassung

1. Drumlins. Südöstlich von Oldesloe kommen im Bereich der Feldmarken Rethwischfeld und Rethwischdorf (vgl. Meßtischblatt Eichede) zahlreiche, von ONO nach WSW streichende, elliptische Hügel vor, die im wesentlichen aus einem sehr frischen, wenig verlehmten Geschiebemergel bestehen, hie und da aber auch kleine Sandein- und auflagerungen zeigen. Die Aufschlüsse reichen nicht hin, um zu entscheiden, ob die Hügel Aufwölbungen der Grundmoräne oder einfache Aufschüttungen sind. Bisweilen reihen sie sich zu ziemlich steilen, wallartigen Rücken aneinander, z. B. bei Rethwischmühle. Zwischen ihnen liegen bald schmälere, bald breitere und dann meist vertorfte Einsenkungen, sowie einige Teiche. Die Höhe der Hügel schwankt zwischen 5-20 m, ihre Länge zwischen 150-600, ihre Breite zwischen 100-120 m. Nach ihrer Form, ihrem scharenweisen Auftreten und ihrer allgemeinen Streichrichtung rechtwinklig zu der hypothetischen Eisgrenze halte ich sie für Drumlins. Ihre Entstehung hängt jedenfalls mit dem Rückgang der letzten Vergletscherung aus jener Gegend zusammen, und, da sie nicht von Sandfeldern umgeben sind, nehme ich an, daß sie nicht etwa durch Schmelzgewässer aus der verlassenen Grundmoräne herausmodelliert, sondern, wie schon bemerkt, durch Druck oder Aufschüttung gebildet sind. Ohne Zweifel haben solche Bildungen in Holstein und Schleswig weitere Verbreitung, wie das auch die topographischen Karten erkennen lassen. Doch beschränke ich mich hier auf die Beschreibung der selbst gesehenen. Herr Struck hat in seiner verdienstlichen Arbeit über den Baltischen Höhenrücken in Holstein durch diese Drumlinlandschaft zwei Endmoränenstaffeln gelegt. Für die westliche dieser beiden Endmoränen, ein Teilstück seiner ,Nehmsbergstaffel", nimmt er seiner Karte zufolge u. a. einige Drumlins bei Rethwischhof und Rethwischhöhe in Anspruch.