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Ein Schädelfragment von Bos primigenius mit wohlerhaltenen Stirnhaaren aus Flußkiesen der Magdeburger Gegend

Mertens

Kurzfassung

Meine Herrn! Durch einen Zufall erfahre ich, daß Ihre Gesellschaft heute ihre Tätigkeit wieder aufnimmt. Da möchte ich es nicht unterlassen, Ihnen mit gütiger Erlaubnis des Herrn Vorsitzenden ein Stück vorzulegen, das gewiß auch Ihr Interesse erwecken wird. Es handelt sich um dieses Schädelbruchstück eines Bos primigenius Boj. Das würde an sich nichts Besonderes sein, denn Primigenius-Reste sind, wie Ihnen bekannt, sehr häufig in diluvialen und alluvialen Ablagerungen gefunden worden, und die meisten Museen besitzen eine größere Anzahl davon, einige sogar vollständige Skelette. Was dieses Stück so bemerkenswert macht, ist der Umstand, daß es noch Haut, Haare, Sehnen und selbst Muskelfasern aufweist. Soviel ich weiß, ist das bisher noch nie beobachtet worden. Ich war infolgedessen zunächst auch sehr im Zweifel, ob es sich wirklich um B. primigenius handeln könnte. Eine genaue Vergleichung jedoch mit den übrigen Stücken in unserm Magdeburger Museum für Natur- und Heimatkunde, mit denen im Herzoglichen Naturhistorischen Museum in Braunschweig und mit den zahlreichen Resten im hiesigen Museum für Naturkunde und in der Sammlung der Landwirtschaftlichen Hochschule haben mir wie allen Herren, die es gesehen, jeden Zweifel beseitigt. Es ist tatsächlich ein Rest von B. primigenius. Das Stück ist vor einigen Jahren in einer Tiefe von etwa 6 m südlich von Schönebeck im Kies beim Ausschachten gefunden worden; die Arbeiter haben es leider so zurecht gehauen und gesägt, daß es an die Wand gehängt werden konnte. So ist nur ein kleiner Teil des Schädeldaches nebst beiden Stirnzapfen erhalten geblieben. Die Nähte zwischen den beiden Stirnbeinhälften und zwischen diesen und den Scheitelbeinen sind noch nicht verschwunden, sondern deutlich wahrnehmbar.